Servus, Blechlawine am Luise-Kiesselbach-Platz

Anwohner freuen sich, aber kommt jetzt der Miethammer?

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Noch ist der Platz vor dem Seniorenheim St. Josef eine große Baustelle. Bis spätestens 2017 gibt es weniger Autos und Lastwagen – dafür viel mehr Grünflächen.
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Lydia Grewe (89): "Ich lebe seit dreieinhalb Jahren hier. Als ich eingezogen bin, wurde gerade der Deckel auf den Tunnel gehoben. Vom Lärm bekomme ich nicht viel mit. Ich bin von der Bauweise unseres Hauses überrascht. Auf den neuen Park freue ich mich schon, vor allem auf die frische Luft."
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Florian Mayer (25), Student: "Wenn man vom Land kommt, ist es hier schwer auszuhalten. Ich bin vor einem halben Jahr hergezogen. Da muss ich mich noch dran gewöhnen. Vor allem die Nachtbaustellen und der Teergestank sind nervig. Gerade in den Prüfungszeiten bräuchte ich eigentlich meine Ruhe. Ich bin froh, wenn alles fertig ist."
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Edith Hammerer (92), Rentnerin: "Jetzt bin ich fast 60 Jahre in meiner Wohnung. Da habe ich viel erlebt. Mit der Baustelle habe ich dank schalldichter Fenster keine Probleme. Den fleißigen Arbeitern schau ich oft zu. Den Tunnel habe ich mir auch schon angesehen. Das war beeindruckend."
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Frieda Korber (86): "Mit dem Rollator bin ich oft draußen unterwegs. Ich hoffe, dass sich an der Bushaltestelle am Luise-Kiesselbach-Platz etwas ändert. Dort bin ich beim Aussteigen gestürzt und habe mir einige Rippen gebrochen. Den Lärm höre ich gelegentlich, empfinde ihn aber nicht als Belästigung."
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Wolfgang Danneil (78): "Ich bin gerne in der Natur, liebe Nachmittage im Garten und schlafe bei offenem Fenster. Das ist hier nicht möglich. Die Fenster lasse ich zu, auch wenn man sich an den Lärm gewöhnt. Ich bin gespannt, wie das hier einmal aussieht, wenn es fertig ist. Vielleicht bekommen wir ein kleines Bogenhausen."
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Noch brausen Lastwagen an den Wohnzimmern der Leute in der Heckenstallerstraße vorbei. Ein Bild, das bald der Vergangenheit angehört.
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Christine Wendeler, Rentnerin: "Der Lärm vor meinem Haus ist unerträglich. Ich freue mich schon auf den Park, um dann endlich ins Grüne zu schauen und wieder einmal Vögel zwitschern zu hören. Aber: Wir Anwohner waren durch den Bauleiter Johann Wittmann bestens informiert."

München - Vorfreude rund um den Luise-Kiesselbach-Platz, der Tunnel wird eröffnet. In der Heckenstallerstraße verdrängt ein Park künftig den Verkehr komplett. Kommt jetzt der Miethammer?

Noch vier Tage durchhalten, dann ist das Gröbste geschafft! Den Moment, in dem sich die Schranken des Tunnels unter dem Luise-Kiesselbach-Platz zum ersten Mal öffnen, sehnen Anwohner schon jahrelang herbei. Was sich die Menschen rund um Münchens größte Baustelle für die Zukunft versprechen und wie sie die letzten Jahre miterlebt haben, ist Thema im zweiten Teil der großen tz-Serie zur Eröffnung der neuen Röhren am Mittleren Ring.

Der Luise-Kiesselbach-Platz ist das Herzstück. Statt 120.000 Autos rollen künftig nur noch 40.000 Fahrzeuge pro Tag darüber. Die tz hat sich umgehört, war im Seniorenheim St. Josef und hat dort mit Bewohnern gesprochen. In der Heckenstallerstraße verdrängt ein Park künftig den Verkehr komplett. Kommt mit der Aufwertung der Wohngegend jetzt der Luxushammer? Hier klären wir Sie auf!

Neuer Park: Droht der Luxushammer?

Auf über einem halben Kilometer Länge wird es grün in der Heckenstallerstraße – es entsteht der Heckenstallerpark. Den in den vergangenen Jahren leidgeplagten Anwohnern steht dann Naturraum für Freizeit und Erholung zu Verfügung. Für Kinder bieten sich neue Spielflächen. Ein Wohngebiet wird attraktiv – doch was geschieht mit den Mietpreisen?

„Sollte die Mietpreisbremse Anfang August kommen, dann können die Mieten nicht in astronomische Höhen schießen“, sagt Anja Franz, Sprecherin vom Mieterverein Münchnen, und gibt Entwarnung. Derzeit ist die Oberfläche noch eine Großbaustelle und wird es bis zur Fertigstellung 2017 auch bleiben. „Deshalb müssen sich die Anwohner bis dahin auch keine Sorgen machen.“ Fakt ist: Durch die Parkanlage erfährt die ganze Gegend eine deutliche Aufwertung, die Lebensqualität steigt. Franz: „Das wird sich mit Sicherheit auf die Kaufpreise von Eigentumswohnungen und Grundstücken auswirken. Wo es schön ist, ist es auch teuer. In München wird sich das auch nicht mehr ändern.“ Eine dementsprechende Mieterhöhung ist laut Anja Franz auch erst möglich, wenn die Gegend im neuen Mietspiegel als eine bessere Lage eingestuft wird. Sie meint: „Dann wird es auch Erhöhungen geben. Explodieren werden die Preise nicht. Der Park macht es attraktiver, aber nicht zur Top-Wohnlage.“

Johannes Heininger

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