Großmarkt statt Ammersee für die MS Utting

Auf dieser Eisenbahnbrücke wird ein Dampfer zur Musikbühne

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Die Macher: Daniel und Julian Hahn sowie Aranka Haller zeigen die Brücke, auf der die MS Utting anlegen soll.

München - Ein Dampfer auf einer Münchner Eisenbahnbrücke! Im Schlachthofviertel geht Ende Februar aller Voraussicht nach ein echtes Schiff vor Anker. 

Die MS Utting, die 56 Jahre lang Ausflügler über den Ammersee transportierte, soll ihren Liegeplatz auf der Brücke über die Lagerhausstraße finden. Dort wird das Schiff als Kabarett- und Musikbühne dienen. Hinter dem Projekt steht Veranstalter Daniel Hahn (26), der unter anderem mit dem Bahnwärter Thiel Furore machte – also mit einem alten Eisenbahnwaggon als Veranstaltungsort.

Noch liegt die ausrangierte MS Utting in Stegen vor Anker.

Jetzt der nächste Streich! Ende 2016 hatte die Bayerische Seenschifffahrt die 34 Meter lange und acht Meter breite Utting außer Dienst gestellt. Man hätte sie verschrotten können – aber jetzt gibt’s doch noch eine sinnvolle Nutzung… Hahn bewarb sich als Käufer – und bekam den Zuschlag. Zu Beginn des Jahres begann die hektische Standortsuche für das Boot. „Die Isar oder ein See wären als Liegeplatz zwar schön gewesen“, so Hahn. Also wirklich im Wasser! Wäre zwar angemessen gewesen, klappt aber nicht. Denn: Bei Hochwasser wäre das 120 Tonnen schwere Schiff in Gefahr, und der Bug muss für den Transport ohnehin in zwei Teile gesägt werden. „Sonst bekommen wir ihn nicht durch die Brücken durch.“

Bereits Ende des Monats soll die Utting in München ankommen. An jenem städtischen Grundstück, das das Kommunalreferat und die Lokalbaukommission gefunden haben…

Die Behörden haben Grünes Licht gegeben, die Statik wäre auch kein Problem: Das Boot kann einfach auf den Seitenmauern der Brücke liegen. Jetzt verhandelt Hahn noch mit Sponsor-Unternehmen.

Über die Brücke an der Lagerhausstraße wurde einst der Großmarkt per Bahn versorgt – die Züge fahren aber schon seit Jahrzehnten nicht mehr. „Die Brücke war als Standort für das Schiff unser Favorit“, so Hahn. Er schwärmt: „Einen bayerischen Dampfer gestrandet auf einer Eisenbahnbrücke: Das gibt es nicht auf der Welt!“ Jetzt wohl bald doch …

Johannes Welte

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