Mieter (34) sprengt Wohnung und flüchtet

Nachbarn unter Schock - Fahndung nach Täter läuft

München - Nach der Explosion in einer Wohnung in Sendling stehen die Anwohner unter Schock, sieben weitere Wohnungen sind unbewohnbar. Nach dem Täter, einem der Mieter, wird jetzt gefahndet.

Um 10.30 Uhr hat am Donnerstag eine Explosion ein Mehrfamilienhaus an der Zillertalstraße (Sendling) erschüttert! Wände wackelten, messerscharfe Glassplitter schossen zwanzig Meter durch die Luft, Fensterrahmen krachten auf geparkte Autos. Gleichzeitig schlugen meterhohe Flammen aus der Wohnungstür und einem Fenster im zweiten Stock. Das Feuer griff sofort auf gegenüber- und darüberliegende Wohnungen über.

Die Detonation war nach derzeitigem Ermittlungsstand das Werk des Mieters Patrick L. (34, Name geändert). Er sollte am Freitag zwangsgeräumt werden. Laut Polizei soll eine 5-Kilo-Gasflasche in der Wohnung vorsätzlich zur Explosion gebracht worden sein!

Brigitte B. rettete sich mit Wellensittich Bubi ins Freie.

Kurz danach flüchteten etliche Bewohner aus dem Haus. Brigitte B. (61) beispielsweise packte den Vogelkäfig mit ihrem Wellensittich Bubi: „Der hätte den Qualm nicht überlebt!“ Schnell war die Feuerwehr mit einem Großaufgebot vor Ort. Unter Atemschutz stürmten die Retter in das Wohnhaus. Hier trafen sie auf eine 32 Jahre alte Frau, die sofort ins Freie gebracht wurde. Sie kam mit einer Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus. Zwei weitere Bewohner mussten mit der Drehleiter aus dem Gebäude geholt werden, zwei andere wurden über das Treppenhaus gerettet. Den verheerenden Brand hatte die Feuerwehr nach etwa 20 Minuten unter Kontrolle. „Insgesamt sind sieben Wohnungen unbewohnbar“, sagt Feuerwehrsprecher Stefan Kießkalt. Der Schaden am Gebäude beläuft sich auf rund 500.000 Euro.

Der tatverdächtige Mieter ist untergetaucht. „Nach ihm wird gefahndet“, sagt Polizeisprecher Peter Beck. Zeugen haben ihn kurz vor der Explosion noch gesehen, als er das Haus verließ. Der Mann lebte mehr als zehn Jahre in dem Haus – und wusste auf Grund der bevorstehenden Zwangsräumung wohl keinen anderen Ausweg mehr.

Gasflasche explodiert - Wohnung ausgebrannt

Bilder: Gasflasche explodiert - Wohnung ausgebrannt

Er alarmiert die Feuerwehr

Adolf Frey.

Adolf Frey (81) wohnt im sechsten Stock des gegenüberliegenden Hauses. „Ich saß gerade mit meiner Frau am Küchentisch, als uns plötzlich ein wahnsinniger Knall erzittern ließ“, sagt der frühere Baureferats-Mitarbeiter dem Münchner Merkur. „Ich dachte sofort, dass da eine Bombe hochgegangen ist.“ Frey rannte gleich zum Fenster und sah schon die Flammen in den Himmel schlagen. „Dichter schwarzer Rauch vernebelte die ganze Zillertalstraße. Dann habe ich sofort die Feuerwehr alarmiert. Es dauerte auch gar nicht lange, bis die ersten Einsatzkräfte vor Ort waren.“

JAM

Rubriklistenbild: © dpa/Jantz

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