"Das Ganze lief wie ein Film vor mir ab"

So erlebten die Eltern die Blitz-Geburt im Sanka

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Die Eltern Simon und Michaela mit Baby Samuel.

München - Ganz schön eilig unterwegs: Noch im Krankenwagen kam am Sonntag der kleine Samuel zur Welt. In der tz berichten die stolzen Eltern, wie sie die abenteuerliche Geburt erlebten.

Selig schlummert der kleine Samuel im Arm seiner Mama. Dabei hat er seinen Eltern bereits die aufregendste Autofahrt ihres Lebens beschert! Bis zur Klinik hielt er es nicht mehr aus – der Bub kam am Sonntagnachmittag noch im Rettungswagen zur Welt. Blitz-Geburt im Sanka!

„Ich kann es noch immer kaum fassen – das Ganze lief wie ein Film vor mir ab“, sagt der stolze Papa Simon Thanbichler (25) zur tz. Er ist am Sonntagnachmittag mit seiner Verlobten Michaela (24) daheim in Penzberg spazieren, als plötzlich die Fruchtblase platzt – zwei Tage vor dem errechneten Geburtstermin. Der Anlageninstallateur packt seine Freundin sofort ins Auto und düst mit ihr Richtung Pasinger Krankenhaus. Da ahnen die beiden noch nicht, wie eilig es der Kleine hat!

Auf der Autofahrt werden die Wehen immer heftiger, die Abstände dazwischen immer kürzer. „Irgendwann haben wir gemerkt: Wir schaffen es nicht bis zur Klinik. Meine Frau war nur am Schreien“, erzählt Simon Thanbichler. Kurz nach der Autobahnabfahrt in der Fürstenrieder Straße hält der nervöse Papa an und wählt den Notruf. „Der Kopf vom Kleinen war schon zu sehen. Ich habe nur versucht, meine Frau zu beruhigen – dabei war ich selbst genauso aufgeregt.“

Samuel ist kerngesund - und mit der Mama schon wieder daheim

Ein paar Minuten später rast endlich der Rettungswagen mit Blaulicht heran: „Das war eine Riesenerleichterung.“ Die Rettungskräfte bringen die werdende Mama sofort in den Einsatzwagen. Und hier geht alles ganz schnell: Nur ein paar Minuten später ist der kleine Samuel da – Geburt im geparkten Rettungswagen! Papa Simon darf direkt vor Ort die Nabelschnur seines neugeborenen Sohnes durchtrennen: „Ein überwältigendes Erlebnis.“ Mit dem Rettungswagen und Neugeborenen-Notarztwagen (siehe unten) kommen Mama und Sohn zur weiteren Untersuchung ins Pasinger Krankenhaus.

Der kleine Samuel misst 50 Zentimeter und bringt 3130 Gramm auf die Waage – und ist kerngesund. Mama und Sohn geht es sogar so gut, dass sie schon am Montag wieder aus der Klinik entlassen wurden. Auch Papa Simon hat die Strapazen der Blitz-Geburt gut überstanden: „Ich bin nur froh, dass wir da schon von der Autobahn runter waren …“ Einer übrigens wartete daheim schon ganz sehnsüchtig auf sein kleines Brüderchen: Adrian (4), der erste Sohn des Paares, war während der Blitz-Geburt seines Bruders bei Oma und Opa.

Einsatzfahrzeug speziell für Babys

Mit dem Neugeborenen-Notarztwagen der Berufsfeuerwehr und des Deutschen Herzzentrums wurde der kleine Samuel nach seiner Geburt versorgt. Die fahrende Intensivstation ist speziell auf Frühgeborene und Babys zugeschnitten. Von der Kanüle über EGK, Inkubator bis zur Beatmungsmaschine ist die gesamte Ausrüstung auf Kinder abgestimmt. Zudem ist das Fahrzeug luftgefedert, um Stöße während der Fahrt abzuschwächen.

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Christina Meyer

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