Händler fürchten hohe Mieten

Großmarkthalle kostet 118 Millionen Euro

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Frucht-Präsident Günther Warchola fürchtet weiter, dass die Händler den Bau bezahlen.

München - Jetzt hat die Stadt Preisschilder an die Pläne für die neue Großmarkthalle gehängt: Abriss alte Gebäude, Neubau, Parkplätze, Zufahrt – macht zusammen 118 Millionen Euro!

Am Donnerstag entscheidet der Stadtrat, Kommunalreferent Axel Markwardt (SPD) und Großmarkt-Chef Boris Schwartz sind zuversichtlich. Die Händler loben die Pläne – fürchten aber, dass die Mieten steigen.

Immerhin sind die Kosten radikal gesunken: Noch vor einem Jahr hatte ein anderes Gutachten bis zu 225 Millionen Euro für eine riesige Halle vorgesehen. Händler, Stadträte und der Kämmerer zerpflückten das Gutachten, das nach tz-Informationen allein rund 1,2 Millionen Euro verschlang.

Vom Mega-Entwurf ist nicht mehr viel übrig: Die Halle ist um ein Drittel kleiner und kommt mit 47 000 Quadratmetern aus. Sie ist immer noch riesig: Über 544 Meter zieht sie sich entlang der alten Thalkirchner Straße, die Tiefe liegt bei 56 bis 83 Metern. Das denkmalgeschützte Kontorhaus II bleibt und wird geschickt umbaut. Weil sich das Großmarkt-Treiben künftig östlich der alten Thalkirchner Straße abspielt, soll die Straße wieder geöffnet werden.

Axel Markwardt und Boris Schwartz stellen die Pläne vor.

Die Kosten belaufen sich nach einer ersten, laut Marktchef Schwartz nicht belastbaren Schätzung auf 109 bis 118 Millionen Euro. Zieht man Gewinne aus Grundstücksverkäufen ab, müsste die Halle mit jährlich 2,4 bis 4,1 Millionen Euro finanziert werden, rechnet Stadtkämmerer Ernst Wolowicz (SPD) vor. Er betont: Das könnte entweder die Stadt übernehmen – oder die Händler. Sollten ihre Mieten den Bau finanzieren, müssten sie mit sechs bis zehn Euro mehr pro Quadratmeter rechnen. Das entspräche bei derzeit 12,50 Euro einem Plus von 48 bis 80 Prozent! In der Frage wollten sich Schwartz und Markwardt nicht festlegen.

Die Händler loben die Pläne und die Zusammenarbeit mit den neuen Marktchefs, bleiben aber alarmiert: „Uns hat die Stadt keine Zahlen genannt“, sagt Günther Warchola, Präsident des Fruchthandelsverbands. „Aber diese Kosten kann sie keinesfalls voll auf uns Mieter umlegen, sonst hat die Stadt keine Mieter mehr für die neue Halle!“ Der Neubau erleichtere zwar die Arbeit, spare lange Wege und damit Geld, aber schon jetzt seien die Kosten am Anschlag. „Wir zahlen 12,50 Euro pro Quadratmeter für einen Lagerplatz. Woanders gibt’s dafür eine Dachterrassenwohnung!“

David Costanzo

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