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Großmarkthalle-Ultimatum? Geheimpapier über Neubauprojekt in Sendling aufgetaucht

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Von: Klaus Vick

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Futuristisch: So stellen sich die Planer die neue Großmarkthalle in Sendling vor.
Futuristisch: So stellen sich die Planer die neue Großmarkthalle in Sendling vor. © ARCHITEKTURBÜROHENN/UGMGBR

Die Pläne für die neue Großmarkthalle in München Sendling sind spektakulär. Das Mega-Projekt als „Bauch Münchens“ bezeichnet. Doch es gibt offenbar weiter Probleme.

München - Ärger um den geplanten Neubau der Großmarkthalle: Wie aus einer nicht öffentlichen Stadtratsvorlage des Kommunalreferats hervorgeht, gibt es Probleme bei der Ausarbeitung des Erbbaurechtsvertrags mit dem Umschlagzentrum Großmarkt München (UGM). Die Firma soll als Projektpartner den Neubau managen. Um die komplexe Aufgabe stemmen zu können, sucht das UGM einen Investor – ohne bislang Vollzug vermelden zu können.

In der Vorlage der Stadtverwaltung heißt es, in den Jahren 2020 und 2021 hätten die Verhandlungen mit dem UGM über einen langen Zeitraum nicht fortgeführt werden können. Zahlreiche Details der Vertragsgestaltung seien daher weiterhin ungeklärt. Bereits Ende 2020 hatte Kommunalreferentin Kristina Frank (CSU) verkündet, dass die neue Großmarkthalle wohl frühestens 2030 den Betrieb aufnehmen könne.

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Mega-Projekt: Neue Großmarkthalle in München Sendling

Entstehen sollen auf dem Gelände in Sendling nicht nur ein neuer Großmarkt, sondern im oberen Teil des bis zu 70 Meter hohen Gebäudes Büroflächen für 2000 bis 3000 Beschäftigte sowie im Umgriff des Areals Freiflächen für die Öffentlichkeit und neue Wohnungen.

Seit jeher wird der Großmarkt als der „Bauch Münchens“ bezeichnet. Rund 2.500 Menschen arbeiten für etwa 400 Unternehmen auf dem Areal zwischen Schäftlarn- und Thalkirchner Straße und versorgen München mit frischen Lebensmitteln.

Neue Großmarkthalle - Projekt schleppt sich hin

Das soll auch so bleiben, wenn es nach der grün-roten Rathaus-Regierung geht. Allerdings sind die Koalitionäre über den schleppenden Fortgang der Vertragsverhandlungen und der Investorensuche verärgert. Grünen-Fraktionsvorsitzende Anna Hanusch sagt: „Wir wollen den Großmarkt in der Stadt halten – gerne auch mit der UGM.“ Die Stadt könne jedoch den gegenwärtigen Zustand in der Großmarkthalle, „der nur mit immer neuen kostspieligen Provisorien aufrechterhalten werden kann, nicht beliebig verlängern“. Allein bis zum Jahr 2024 sind insgesamt 30 Millionen Euro notwendig, um den Betrieb in den maroden Hallen mit statischen und technischen Sicherungsmaßnahmen aufrechtzuerhalten. Hanusch: „Nach bald zwei Jahren Prüfungen und Suche nach einem Partner muss die UGM demnächst ein belastbares Konzept vorlegen – bis spätestens Ende März.“

Neue Großmarkthalle in München - Ultimatum gestellt

Auch OB Reiter (SPD) unterstreicht dieses Ultimatum: „Wir müssen endlich weiterkommen, weshalb ich die Verwaltung aufgefordert habe, die noch ausstehenden Fragen zu klären und bis spätestens März 2022 eine Beschlussvorlage vorzulegen, in der insbesondere der aktualisierte Zeit- und Kostenplan dargestellt ist.“ Kathrin Abele, SPD-Sprecherin im Kommunalausschuss, fordert ebenfalls mehr Tempo. Prinzipiell wolle man den Großmarkt am jetzigen Standort halten, aber die Stadt könne nicht ewig Geld in die maroden Hallen pumpen. Eine Option wäre, dass die Stadt zu dem ursprünglichen Plan zurückkehrt und den Neubau in Eigenregie übernimmt.

Die alten Hallen sind marode. Ein Neubau soll dem Fruchthandel eine Zukunft in der Stadt sichern.
Die alten Hallen sind marode. Ein Neubau soll dem Fruchthandel eine Zukunft in der Stadt sichern. © Markus Götzfried

Das UGM lässt unterdessen auf Nachfrage verlauten, man stehe in aussichtsreichen Verhandlungen mit einem Investor. Konkreteres erfährt man jedoch nicht. Dies würde die weiteren Verhandlungen gefährden, heißt es. Das UGM ist seit 1986 auf dem Areal des Großmarktes tätig und verwaltet dort drei Umschlaghallen für die Großmarkthändler. *tz.de/muenchen ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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