Schiffbruch in Sendling?

Kippt die MS Utting bereits vor der Eröffnung von der Brücke?

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Die MS Utting auf der alten Eisenbahnbrücke in Sendling.

Auf Facebook kippt die MS Utting in Sendling schon! Alles nur Täuschung. Bis das Schiff aber mit Leben gefüllt wird, ist noch einiges zu tun. Das künftige Programm steht in den Sternen.

München - Beim Klabautermann! Biegt sich da nicht die Brücke unter dem Schiff durch? Wir blicken zurück: Im Februar wurde die MS Utting vom Ammersee nach Sendling verfrachtet und per Kran auf die alte Eisenbahnbrücke in der Nähe des Schlachthofs gehievt. Und jetzt dies, verbunden mit der bangen Frage, ob die Brücke sich nicht nur biegt, sondern gar brechen kann. Schiffbruch in Sendling? Wir machten uns todesmutig auf die Suche nach Erklärungen – und können Entwarnung geben.

Daniel Hahn (27), der Initiator des Kulturprojekts MS Utting, sagt: „Das Schiff wiegt weniger als 100 Tonnen, selbst wenn es voll besetzt ist. Die Brücke ist auf 180 Tonnen Gewicht ausgelegt.“ Und der Münchner Ingenieur Peter Bieber erklärt lapidar, warum die leicht durchzuhängen scheint: „Jede Brücke biegt sich bei jedem Wetter. Wie sehr, hängt vom Material und der Statik ab – und davon, ob die Last auf der Brücke statisch oder dynamisch ist.“ In diesem Fall ist sie statisch. Die MS Utting liegt schließlich fest vor Anker. Es sei denn, sie stürzt nach unten. Aber das dürfen wir ja ausschließen.

„Müssen warten, wie das Schiff innen wirklich aussieht“

Mit Kunst und Kultur angefüllt ist das ehemalige stolze Ausflugsschiff ohnehin noch nicht. Hahn: „Ich hoffe, dass wir im August mit unserem Programm loslegen können. Ich will gerade kleinere Formate fördern, also etwa Ausstellungen oder Lesungen an Bord veranstalten.“ Künstler fragen viele an, „aber wir müssen erst einmal warten, wie das Schiff innen wirklich aussieht, wenn die Baustelle so gut wie beendet ist“. Immerhin sei der Zuspruch groß: „Wir haben etliche Anfragen von Künstlern, die hier etwas auf die Beine stellen und sich kreativ einbringen wollen. Aber erst einmal müssen wir warten, bis die Bauarbeiten so gut wie abgeschlossen sind. Dann schauen wir uns die Räume an Bord an und entscheiden, was an Veranstaltungen geeignet ist.“ Hahn schweben Kulturaktionen vor, die er als „kleinere Formate“ bezeichnet. Etwa Lesungen oder kleine, feine Ausstellungen.

Vor die Kultur haben die Götter den Schweiß gesetzt. Problem: „Die Handwerksbetriebe sind derzeit gut ausgelastet“, sagt Hahn. Neben den Arbeiten an Bord braucht er unter anderem noch einen sicheren Weg zum Schiff und wieder herunter. Die Böschung wird dafür mit insgesamt sechs Treppen versehen und umzäunt, damit niemand abwärts fällt. „Alles nach bayerischer Bauordnung, und eine Beleuchtung wird ebenfalls installiert.“ Kurzfristig drohte das Projekt übrigens aus finanziellen Gründen zu scheitern – doch Unternehmen halfen aus. Und dann hat Hahn noch etwas nahezu Unmögliches geschafft: ein sehr flottes Zusammenarbeiten der zuständigen städtischen Referate. Beim Klabautermann!

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