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Leukämie! 19-jähriger Chris sucht Spender

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Christian (Mitte) liebt Wandern. Wenn er gesund ist, weil er wieder mit Freunden in die Berge

München - Der 19-Jährige Chris ist an Leukämie erkrankt. Der leidenschaftliche Hobby-Filmer braucht dringend einen Spender. Helfen Sie mit!

Fünf Burschen fahren mit dem Auto auf einen Parkplatz, hängen eine Box mit Kamera und GPS-Sender an einen Heliumballon und lassen ihn in den Himmel steigen. Auf dem Video sind später Landschaften und Wolken zu sehen. Vier Mal haben Christian und seine Freunde mit Wetterballons experimentiert. Mehr als 10 000 Klicks ernteten sie für ihre Filme auf der Internetplattform Youtube. Aber in den vergangenen Wochen ist kein neues Video mehr dazugekommen. Denn Christian ist an Krebs erkrankt!

Nur ein Stammzellenspender kann das Leben des 19-Jährigen retten. Und den wollen Familie und Freunde bei einer Typisierungsaktion am 11. Januar finden. „Es ist die Suche nach der Nadel im Heuhaufen, aber wir haben keine andere Chance“, sagt Christians Mutter Ilse (51).

Akute lymphatische Leukämie: Die schreckliche Diagnose überbrachten die Ärzte Christian im Oktober. „Ich stand erst mal total unter Schock und konnte überhaupt nichts sagen“, erinnert sich der junge Mann aus Sendling. Erst in den nächsten Stunden tauchten 1000 Fragen in seinem Kopf auf: „Was heißt das jetzt genau? Werde ich wieder gesund?“

Angefangen hat alles ganz harmlos. Christian plagten Bauchschmerzen und er konnte kaum Essen behalten. „Wir dachten an einen harmlosen Magen-Darm-Infekt“, erzählt die Mutter. Schnell war klar, dass eine viel schlimmere Krankheit in seinem Körper wütet. Christian hatte gerade mit der Fachoberschule Technik begonnen. Schon nach wenigen Wochen konnte er nicht mehr am Unterricht teilnehmen.

Stattdessen liegt er im zehnten Stockwerk des Klinikums Großhadern und bekommt eine hochdosierte Chemo-Therapie. Seinen trockenen Humor hat er sich selbst in dieser Situation bewahrt: „Wenn ich Herzprobleme hätte, käme ich in die Kardiologie im zwölften Stock. Dort ist die Aussicht noch besser“, meinte er kürzlich zu seinen Freunden. Mit denen will er möglichst bald wieder in die Berge. Skifahren und Wandern sind seine Hobbys. „Ich möchte wieder ein ganz normales Leben führen: Sport treiben, die Schule abschließen und verreisen“, sagt Christian.

Die Familie hat gehofft, dass sein Bruder Alexander (13) als Spender in Frage kommt. Aber die Gewebemerkmale der Geschwister stimmen nicht überein. Jetzt hoffen alle auf einen Spender außerhalb der Familie. Christians Freunde werben überall für die Aktion. Das Problem: Deren Eltern können oft schon nicht mehr in die Datenbank aufgenommen werden, weil sie über 45 Jahre alt sind. „Deshalb ist es so wichtig, dass möglichst viele Münchner zur Typisierungsaktion kommen“, sagt Christians Mutter.

Am Samstag, 11. Januar, können sich Freiwillige zwischen 11 und 16 Uhr in der Poliklinik der Uni München (Pettenkoferstraße 8 a) typisieren lassen. Wer keine Zeit hat, kann trotzdem helfen: Für jede Untersuchung fallen 40 Euro Laborkosten an. Die AKB sammelt Spenden: Aktion Knochenmarkspende Bayern, Kreissparkasse München Starnberg-Ebersberg, Konto: 22 39 46 88, BLZ: 70 25 01 50, Kennwort „Christian“ (Name und Adresse für Spendenquittung nicht vergessen).

So funktioniert die Typisierung

Einem möglichen Spender werden 2,5 Milliliter Blut abgenommen. Ein Labor untersucht die Gewebemerkmale und überträgt sie in anonymer Form in eine weltweite Datenbank. Aufgenommen werden gesunde Menschen zwischen 18 und 45 Jahren. Am besten zur Typisierung die Chipkarte der Krankenkasse mitbringen, damit die Daten schnell erfasst werden können. Eine Stammzellenspende hat nichts mit Rückenmark zu tun! Ist ein passender Spender gefunden, bekommt er ein Medikament, das Stammzellen ins Blut ausschwemmen lässt. Die werden mit einem Zellseparator in wenigen Stunden abgesammelt.

Beate Winterer

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