Röhre in beide Richtungen offen

Luise-Kiesselbach-Platz: Immer noch Stau rund um den Tunnel

+
Am Dienstagabend: Die rot markierten Straßen zeigen, wo es sich staut.

München - Jahrelang haben die Münchner gewartet, jetzt ist der neue Tunnel am Luise-Kiesselbach-Platz fertig. Seit Dienstag sind sogar beide Richtungen für den Verkehr freigegeben. So richtig läuft es trotzdem nicht: Nach einem Mega-Stau am Montag geht es auch am Dienstag zäh voran.

Am Dienstagmorgen konnten die Autofahrer endlich auch durch die zweite Röhre des neuen Tunnels am Luise-Kiesselbach-Platz fahren. Im Laufe der Nacht wurde auch die Strecke Richtung Süden freigegeben. Nach dem massiven Stau am Montag lief es aber auch am Tag zwei nach Eröffnung nicht so richtig rund. Die Polizei erklärte, weil nicht nicht alle Baumaßnahmen abgeschlossen sind, sei weiterhin mit Behinderungen zu rechnen. Auch die Zufahrt vom Mittleren Ring müsse noch angepasst werden. Dass das zutrifft zeigte sich spätestens im Berufsverkehr am Dienstagabend: Im Tunnel lief alles, nicht so drumherum. Ab der Heckenstallerstraße staute es sich bis hinaus auf die Autobahn in Höhe Unterhaching Nord. Und auch auf der Passauerstraße war alles dicht: Laut Polizei macht eine Ampel an der Passauer/Heckenstallerstraße Probleme.

Holpriger Start am Montag

Schon beim Start am Montag gab es massive Probleme: Dass die neue Röhre zu Beginn nur in eine Richtung geöffnet werden kann, war im Vorfeld bekannt. Wegen letzter Arbeiten am Tunnel konnte die Röhre deshalb erst einmal nur in Richtung Norden durchfahren werden. Auch eine Zufahrt von der A95 war noch nicht möglich. 

Viele Autofahrer waren aber offenbar davon ausgegangen, dass der Tunnel bereits komplett befahrbar sei. Die nur teilweise Tunnel-Öffnung verfehlte so ihre Wirkung nicht: Autofahrer klagten, zum Beispiel auf Facebook, über "Stau bis sonstwohin". Vor allem am Autobahnende der A95 war der Stau "der Horror", so ein User.  Auch die Polizei bestätigte, "in südlicher Richtung staute es sich vor dem Tunnel." Tatsächlich reichte der Stau bis auf die Starnberger Autobahn zurück, in nördlicher Richtung war es auch kaum besser. Wahrscheinlich waren dank des morgendlichen Chaos bei der S-Bahn noch so einige kurzentschlossen aufs Auto umgestiegen. Zu allem Überfluss gab es dann mitten im Stau noch einen Auffahrunfall.  

Kein Scherz #tunneleröffnung nur in einer Richtung. #stau bis sonstwo. Die Stadt überzeugt mal wieder mit Kommunikation .

Posted by mucbook on Sonntag, 26. Juli 2015

Dazu kamen Probleme an der Oberfläche: An der Heckenstallerstraße gab es am Sonntagabend einen Unfall. Infolgedessen war eine Ampelanlage ausgefallen, die Polizei musste den Verkehr "von Hand" regeln, wie die Münchner Polizei auf Anfrage unserer Onlineredaktion bestätigt. Die Reparaturen an der Ampel dauerten auch am Montagvormittag noch an.   

Horror-Stau: Autofahrer sind verärgert

Dass der Tunnel nicht komplett geöffnet wurde, kritisierte auch ein Leser, der sich an unsere Redaktion wandte: "Der Stau ist länger als je zuvor", schrieb er. Das Fest sei war zwar gelungen gewesen, doch die eigentliche Eröffnung des Tunnels habe die Stadt "total verpatzt", fand er. "Anstatt den Tunnel morgens um vier Uhr komplett zu öffnen und ein paar Blaulichtautos aufzustellen, die die Geschwindigkeit der Autos zu reduzieren, sind fast alle Einfahrten gesperrt." Und weiter: "Irgendwo, nachdem man am Ende der A95 über eine Stunde im Stau stand, steht nach den Ampeln ein verlorener Mensch und deutet auf die mit erhobenem Daumen auf die einzige geöffnete aber versteckte Zufahrt. Fast keiner sieht das im heillosen Chaos und fast alle fahren vorbei. Das ist der schlechteste Witz des Jahres!"  

Doch einen Lichtblick gab es: In der Röhre, die schon freigegeben ist, floss der Verkehr problemlos, sagt die Polizei.

my

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Was denken Sie über diesen Artikel?

Kommentare