Start läuft nicht ganz reibungslos

Luise-Kiesselbach-Platz: Nicht alle finden in den Tunnel

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Am Ende der Garmischer Autobahn: (A95): Die linke Spur führt in den Tunnel, die mittlere ist noch gesperrt, über die rechte gelangt man auf den Luise-Kiesselbach-Platz.

München - Der neue Ring-Tunnel ist jetzt voll befahrbar. Bei den Verantwortlichen weicht die Anspannung – im Untergrund scheint alles zu funktionieren. Einziges Problem: Viele Autofahrer finden noch nicht hinein in die Röhre.

Seit dem frühen Dienstagmorgen ist der Luise-Kiesselbach-Tunnel in beide Fahrtrichtungen freigegeben. Johann Wittmann, der zuständige Projektleiter bei der Stadt, ist zufrieden: „Der Verkehr im Tunnel fließt gut.“ Allerdings, so muss Wittmann erstaunt feststellen, finden noch längst nicht alle Autofahrer auch in diesen hinein. Besonders von der Garmischer Autobahn (A 95) kommend, erkennen zahlreiche Autofahrer die nun eingeschränkt geöffnete Abfahrtsrampe in den Untergrund noch nicht. „Ich hoffe, dass sich das in den nächsten Tagen verbessert“, sagt Wittmann. „Das müssen wir beobachten.“

Gefahrenstelle: Tunnel-Rampe

Wie berichtet, ist seit Montag der Tunnel in nördliche Richtung geöffnet, am Dienstagmorgen, kurz nach Mitternacht, wurden auch die Rampen in südliche Richtung freigegeben. Um 3 Uhr dann folgte die Zufahrt am Ende der Garmischer Autobahn.

Nach Norden oder Süden? Kurz nach der Tunneleinfahrt teilen sich die Fahrbahnen.  

Diese galt schon während der Planungs- und Bauphase als eine mögliche Gefahrenstelle. Zum einen, weil die Rampe die Autofahrer recht steil und sehr tief hinab führt. Mit Schildern vor dem Tunnel werden die Autofahrer vor dem 8-Prozent-Gefälle gewarnt. Dazu kommt, dass auf diesem steilen Abschnitt auch noch die Fahrbahn geteilt wird: In eine linke Spur in Richtung Norden und eine rechte, die in Richtung Süden führt.

Wegen der herausfordernden Situation dort wurde an der Stelle bereits eine Tempo-30-Zone eingerichtet. Darüber hinaus haben die im Kreisverwaltungsreferat (KVR) zuständigen Verkehrssicherheitsexperten beschlossen, vorerst nur eine von den zwei Fahrspuren in die Röhre freizugeben. „Die Spursperrung reduziert den Verkehrsdruck und verhindert Unfälle im Verflechtungsbereich“, erklärt Stefan Bauer, Projektleiter beim Kreisverwaltungsreferat (KVR). Dieses ist für die Verkehrssicherheit in der Stadt zuständig. Das KVR ist damit auch die Instanz, die in den kommenden Wochen die einzelnen Abschnitte im Tunnel genau beobachten und gegebenenfalls nachjustieren muss. Also zum Beispiel entscheiden, wann die zweite Abfahrtsspur am Ende der Garmischer Autobahn freigegeben wird.

Jetzt auch Anschluss an die Passauerstraße

Dienstagabend sollte nun auch noch die Kreuzung mit der Passauerstraße umgestellt sein, so dass die Ausfahrtsrampe zur Passauerstraße geöffnet werden konnte. Am heutigen Mittwochabend steht die Öffnung des Oberflächenanschlusses der Garmischer Straße ab der Westparkbrücke in Richtung Süden an. Die einzige Tunnelrampe, die dann noch fehlt, ist die an der Murnauer Straße in Richtung Osten. Diese soll laut Projektleiter Wittmann in der ersten Jahreshälfte 2016 fertiggestellt werden.

Unterdessen wurde der Luise-Kiesselbach-Tunnel am Dienstagvormittag erstmals wieder kurzfristig gesperrt. Gegen 10 Uhr hatten sich ein Last- und ein Personenwagen touchiert. Auf den Bildschirmen im Kontrollraum wurde dies sofort erkannt, und die Operatoren schalteten die Anzeigen an den Tunnelzufahrten auf „Sperrung“ um. „Eine Vorsichtsmaßnahme“, sagt Bauer. Nach kurzer Zeit wurden die Zufahrten wieder freigegeben.

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