Hier kriegt der Ring seine Arme

Kiesselbach-Platz: Pendler brauchen nochmal gute Nerven

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Wenn im Sommer der Ring seine Pforten öffnet, werden hier jeden Tag über 100.000 Autos fahren.

München - Endlich! Nach acht Jahren Bauzeit herrscht ab Sommer endlich freie Fahrt am Luise-Kiesselbach-Platz. Doch vorher gibt's nochmal Staus wegen Asphaltierungsarbeiten.

Endlich Licht am Ende des Luise-Kiesselbach-Tunnels! Nach acht Jahren Bauzeit gehen die Arbeiten am Mittleren Ring ihrem Ende entgegen. Anwohner und Pendler werden aufatmen. In der Zukunft wird hier der Verkehr unterirdisch laufen. Entlastung für Lungen und Nerven!

Jetzt mussten die Pendler noch ein letztes Mal in den sauren Apfel beißen. Der Grund: Wegen Asphaltierungsarbeiten ist zwischen Passauerstraße und Plinganserstraße auf beiden Seiten nur eine Spur frei.

Lange Staus sind die Folge. Hier kriegt der Ring zwei Arme. Das Baureferat stellt die Fahrbahnanschlüsse zwischen den Ostportalen des künftigen Heckenstallertunnels her. Die Bauarbeiten wurden extra in die Osterferien verlegt. „Wenn wir das wann anders machen würden, hätten wir einen Stau bis nach Rom!“, sagt ein Mitarbeiter. Neben Straßenbaumeister Hans Mack wird gerade der Asphalt auf die Straße gemacht. Bis zu 170 Grad ist dieser heiß. Dementsprechend muss er 24 Stunden auskühlen. „Wenn man dies nicht macht, gibt es Spurrinnen“, sagt Mack. Erst dann werden die Markierungen aufgetragen. Läuft alles nach Plan, sollen heute noch die Fahrbahnen wieder voll befahrbar sein. Im Sommer öffnet dann der ganze Tunnel seine Pforten. Mitte 2017 wird dann auch die Oberflächengestaltung fertig sein. „Wir liegen sowohl zeitlich als auch finanziell voll im Plan“, sagt Ralf Reichlmair vom Ingenieur-Büro Obermeyer. Er überwacht die Baumaßnahmen im Tunnel. Die Kosten werden bei den veranschlagten 400 Millionen Euro bleiben. Auch die Fertigstellung war auf Sommer 2015 festgelegt. Hoffentlich nimmt sich unser neuer Bahnhof das als Vorbild!

Weg mit dem Lärm

Viele Anwohner beschweren sich über den Lärm der Autos am Ring. Damit dies in Zukunft besser wird, verlegen Michel Tatzreiter und seine Kollegen Aluminium-Platten als Schallschutz. 40 Kilogramm schwer und 4,60 Meter hoch sind diese Platten. Seit November 2013 sind die Arbeiter damit beschäftigt, die Fassaden zu verkleiden. „Das ist mein bisher größtes Projekt“, sagt Michel Tatzreiter.

Leitplanken-Montage

Tack, Tack, Tack. Unbarmherzig und mit enormer Lautstärke rammt die mit Luftdruck betriebene Maschine die schweren Bolzen in den steinigen Boden. An diesen Bolzen werden dann die 40 Kilogramm schweren Leitplanken montiert. „Wir haben bisher 13 Kilometer Leitplanken verbaut“, sagt Schutzplankenmonteur Uwe Radl. Bis Ende Mai wollen er und seine Kollegen mit der Montage fertig sein. Ihre Ohren freuen sich schon darauf.

F. Fussek

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