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Nach sechsjähriger Bauzeit

Luise-Kiesselbach-Tunnel: Ring frei für die Autos!

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Am Montag rollen die ersten Autos durch den Luise-Kiesselbach-Tunnel.

München - Ring frei! Nach sechsjähriger Bauzeit ist am Samstag der Tunnel am Luise-Kiesselbach-Platz feierlich eröffnet worden – am Montag rollen die ersten Autos unterirdisch durch.

Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) und Verkehrsminister Joachim Herrmann (CSU) lobten in ihren Reden die Röhre „als Meilenstein für Anwohner und Autofahrer. Damit entschärfen wir einen zentralen Verkehrsknotenpunkt in München.“

Zwei Tage vor der Verkehrsfreigabe durften sich die Münchner beim großen Bürgerfest ab 14 Uhr selbst ein Bild vom Tunnel machen. Das Interesse war riesig: Über den Tag verteilt zählte die Münchner Polizei über 20.000 Besucher. Der Tunnel sei eine Investition für die Zukunft, sagte Reiter und fuhr fort: „Durch den Bau wird sowohl der Verkehr an der Oberfläche reduziert als auch die Verkehrssicherheit erhöht.“ Die Ansprachen aus dem Tunnel wurden für die Bürger per Leinwand an die Oberfläche übertragen. Herrmann wünschte den Autofahrern eine „stets Unfall- und Strafzettel-freie Fahrt“, warnte aber gleichzeitig: „Der Tunnel ist nicht zum Rasen da.“ Freilich würden in Zukunft hier Blitzer aufgestellt.

Der Andrang zur Tunnelbesichtigung war so groß, dass der Zugang für die Fußgänger und Radler zeitweise gesperrt werden mussten. Zudem kam es am Mittleren Ring aufgrund der Fußgängerströme an den Ampeln zu erheblichen Staus, sodass die Polizei auch Fahrstreifen eingrenzen musste.

Der Luise-Kiesselbach-Tunnel in Zahlen

In der Nacht auf Montag werden die Schranken zum Luise-Kiesselbach-Tunnel hochgefahren und die Röhre ist für den Verkehr offiziell freigegeben. Am Montag sind erstmals die Spuren in Richtung Norden geöffnet, nach Süden dürfen die Autofahrer erst am Dienstag rollen. Im Tunnel gilt Tempo 60 als Höchstgeschwindigkeit, bei der Zufahrt von der A95 sind allerdings nur 30 beziehungsweise 40 Stundenkilometer erlaubt. Dort muss das Baureferat noch restliche Rückbauten vornehmen.

An den 1,5 Kilometer langen Luise-Kiesselbach-Tunnel schließt sich der 620 Meter lange Heckenstallertunnel an, der ebenfalls neu ist. Beide Bauwerke werden die Einmündung der Autobahn München-Garmisch auf dem Mittleren Ring entlasten. Geschätzt wird, dass 120.000 Autos pro Tag durch die Röhren rollen. Noch ein paar konkrete Zahlen: Das Projekt hat rund 400 Millionen Euro gekostet. 31.000 Tonnen Stahl wurden für die Tunnelwerke verbaut. Zum Vergleich: Der Eiffelturm in Paris wiegt nur ein Drittel davon, erklärte Baureferentin Rosemarie Hingerl bei der Tunneleröffnung am Samstag. Zur Erinnerung: Die Münchner hatten sich 1996 bei einem Bürger­entscheid für den Bau von drei Röhren ausgesprochen. 2002 wurde bereits der Petueltunnel eröffnet, 2009 kam der Richard-Strauß-Tunnel dazu.

Für den 1500 Meter langen Luise- Kiesselbach-Tunnel und den 620 Meter langen Heckenstallertunnel wurden 800.000 Kubikmeter Erde ausgehoben, wie das Baureferat berichtete. Knapp 10.100 Bohrpfähle wurden ins Erdreich gedreht, 241 000 Kubikmeter Beton gegossen und 31.000 Tonnen Stahl verbaut.

Für die Stromversorgung und Steuerungstechnik im Tunnel wurden 800 Kilometer Kabel verlegt. 210 Videokameras sorgen für Sicherheit, es gibt 15 Notausgänge an die Oberfläche und 33 Fluchttüren zur benachbarten Röhre. 600 Fluchtwegschilder weisen im Notfall den kürzesten Weg.

Wer war eigentlich Luise Kiesselbach?

Luise Kiesselbach (1863 bis 1929) war bayerische Frauen- und Sozialpolitikerin im späten Kaiserreich und der Weimarer Republik. Ihr Leben lang setzte sie sich für die Rechte von Frauen und Armen ein. 1909 wurde sie erste offizielle „Armenpflegerin“ Bayerns. Als Abgeordnete der Deutschen Demokratischen Partei zog sie dann 1919 als eine der ersten Frauen in den Münchener Stadtrat ein.

1924 gründete Kiesselbach den Paritätischen Wohlfahrtsverband in Bayern und wurde seine erste Vorsitzende. Der Verband beschäftigt heute fast 70 000 Angestellte und 25.000 Ehrenamtliche. Bereits ein Jahr nach ihrem Tod wurde der Luise-Kiesselbach-Platz in München nach ihr benannt.

Tunnel-Eröffnung am Luise-Kiesselbach-Platz: Bilder

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Von Tina Layes

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