Tödlicher Leichtsinn

Mann klettert auf Dach eines Güterzuges und stirbt

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Hier geschah das Unglück.

München - Tödlicher Leichtsinn: Am frühen Samstagmorgen kletterte ein Mexikaner auf einen mit Schotter beladenen Güterzug und kam dabei nur in die Nähe der Oberleitung. Der dadurch ausgelöste Lichtbogen kostete den Mann das Leben.

Update vom 27. September 2015: Wie die Polizei am Sonntag mitteilt, kletterten zwei Mexikaner (32 und 38) sowie ein 33-jähriger Münchner am Samstag gegen 6 Uhr in Sendling auf einen Bahnwaggon, um dort zu rauchen. Dabei kam offenbar das Gespräch auf, ob die Oberleitung, die über ihnen entlang ging, Strom führte. Der 32-jährige Mexikaner griff in Richtung der Stromleitung, wurde dabei mit 50.000 Volt unter Strom gesetzt, stand kurzzeitig in Flammen und war sofort tot.

Sein Freund, der etwa einen Meter neben ihm saß, erlitt leichte Brandverletzungen und einen ebenfalls nicht unerheblichen Stromschlag. Er stand so unter Schock, dass er, nachdem er Löschversuche an seinem Freund unternahm, vom Dach sprang und flüchtete. Die Polizei fand ihn aber schon kurze Zeit später. Dabei wurden seine Verletzungen festgestellt, woraufhin er in ein Krankenhaus gebracht wurde.

Der 33-jährige Münchner beobachtete den Vorfall und rief sofort die Polizei. Er blieb unverletzt, stand aber ebenfalls unter Schock, so dass er vom Kriseninterventionsteam betreut werden musste. Der Bahnverkehr wurde bis Abschluss der Ermittlungen auf den betroffenen Bahnabschnitt stillgelegt.

Die Polizei weist darauf hin, dass schon die Annäherung unter 1,5 Metern an eine Stromleitung tödlich sein kann. Die Spannung beträgt dort in Deutschland mindestens 15.000 Volt.

Das war die Erstmeldung vom Samstag

Seinen Leichtsinn musste am Samstagmorgen ein zwischen 30 und 40 Jahre alter Mexikaner mit dem Leben bezahlen. Die Identität des Mannes ist bis jetzt noch nicht geklärt, wie die Branddirektion München mitteilt.

Nach dem Besuch einer nahe gelegenen Gaststätte machten sich mehrere Personen über eine Böschung auf den Weg nach oben in die Bahnanlage. Gegen 6.15 Uhr kletterte der Mann auf einen abgestellten Güterzug in der Lagerhausstraße/Thalkirchener Straße. Der Mann kam dort nur in die Nähe der Oberleitung, wie ein Notarzt vor Ort sagt. Doch das reichte aus, um einen so genannten Lichtbogen auszulösen, der noch Kilometer entfernt zu sehen war - dieser Lichtbogen war letztendlich tödlich für den Mann, dafür musste er nicht einmal die Oberleitung berühren. Die anderen Personen setzten umgehend einen Notruf an die Integrierte Leitstelle ab. Als die Einsatzkräfte der Feuerwehr an der Einsatzstelle eintrafen, konnten sie nichts mehr für den Mexikaner tun.

Nachdem im dem betroffenen Bereich der Strom abgeschaltet wurde, bargen die Feuerwehrleute den Leichnam von dem mit Schotter beladenen Güterzug. Ein weiterer Mann wurde zuerst von den Einsatzkräften der Feuerwehr und des Notarztes betreut und anschließend an das hinzu alarmierte Kriseninterventionsteam übergeben.

Warum der Mann die Bahnanlage betreten hatte sowie die weitere Identität des Verstorbenen ermittelt derzeit das Fachdezernat der Polizei. Die Feuerwehr München weist in diesem Zusammenhang nochmals daraufhin, dass das Betreten der Bahnanlagen und das Besteigen von abgestellten Zügen insbesondere auch auf Grund der enorm hohen Spannung (15.000 Volt) ein nicht kalkulierbares Risiko darstellt.

mm

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