1. tz
  2. München
  3. Stadt
  4. Sendling

Streit um Wohnungs-Luxusbau: REWE-Planungen sorgen für Bauchschmerzen - „Kann man durchaus früher machen“

Erstellt:

Von: Tom Offinger

Kommentare

Die große Baustelle an der Aberle-/Alramstraße in München-Sendling.
Die große Baustelle an der Aberle-/Alramstraße in München-Sendling. © Marcus Schlaf

Die große Baugrube an der Alramstraße prägt seit einiger Zeit das Viertelbild in Sendling. Damit soll in diesem Jahr Schluss sein. Doch um den Supermarkt gibt es Streit.

München - Es ist eine der prägnantesten Baustellen im Münchner Stadtgebiet: Das Großprojekt „14 Alram“ an der Alramstraße Ecke Aberlestraße. Bis vor knapp zwei Jahren befand sich hier, an der Alramstraße 14, noch ein Rewe-Supermarkt. Demnächst sollen dort „rund 130 herrliche Eigentumswohnungen in einem eleganten Mehrfamilienhaus“ entstehen, heißt es auf der Internetseite des Bauherren „M-Concept“. Außerdem sei eine Tiefgarage und ein zentraler Eingangsbereich mit einer dazugehörigen Concierge-Besetzung geplant, die Rückkehr eines Rewe-Supermarkts im Erdgeschoss und Untergeschoss des Gebäudes wurde ebenfalls bestätigt.

Wie der Sendlinger Bezirksausschuss (BA) in seiner jüngsten Sitzung erklärte, soll auch eine kleine Kindertagesstätte in den Komplex einziehen. Trotzdem ist das Vorhaben umstritten – und das seit Jahren. Statt der gewünschten Erschließung von bezahlbarem Wohnraum entstehen in dem ohnehin schon eng bebauten Viertel nun weitere mutmaßlich hochpreisige Eigentumswohnungen – und kein sozial geförderter Wohnraum. Die Arbeiten an dem Luxusquartier dürften sich zudem langfristig auf das verkehrsreiche Gebiet auswirken. „Das wird ein großes Baufeld mit so ziemlich allen Begleiterscheinungen“, erläuterte der BA-Vorsitzende Markus Lutz gegenüber dieser Zeitung.

In den kommenden Monaten soll endlich mit dem Rohbau begonnen werden

Auch ein zwischenzeitlicher Baustopp im September 2020, der nach Angaben des Bauherrn mit der zeitlichen Verfügbarkeit der Baufirmen zusammenhing, sorgte für erhitzte Gemüter. In den kommenden Monaten soll nun aber endlich mit dem Rohbau des neuen Komplexes begonnen werden. Zwar sind die Planungen des Projekts schon fast beendet, über einige Punkte wird dennoch weiter diskutiert.

So sorgen die geplanten Anlieferungszeiten für den Supermarkt für Bauchschmerzen im BA: Unter der Woche soll das Gebiet einige Male zu später nächtlicher Stunde von Lieferfahrzeugen angefahren werden – ein No-Go für die Lokalpolitiker, die sich vor die Anwohner stellen. Ja, auch ein Supermarkt müsse irgendwann beliefert werden, befand Dagmar Irlinger (Grüne), „aber das kann man auch durchaus früher machen“. Wobei interessant ist, dass an der ebenfalls dicht bebauten Brudermühlstraße rund um die Uhr Lkw aus ganz Europa zur Großmarkthalle donnern – und das ebenfalls auf Sendlinger Gebiet.

Mit der Fertigstellung rechnet man im Jahr 2024

Ohnehin rechnet man in den Reihen des Sendlinger BA nicht direkt damit, auf die Entscheidung der Supermarktkette Einfluss nehmen zu können, einstimmig abgelehnt wurden die eingereichten Pläne mit einer entsprechenden Begründung dennoch.

Das Projekt und seine Nebengeräusche dürften die Sendlinger vorerst weiter beschäftigen. Mit der Fertigstellung rechne man im Jahr 2024, erklärte der Bauherr auf Anfrage. TOM OFFINGER

Unser München-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Isar-Metropole. Melden Sie sich hier an.

Auch interessant

Kommentare