74-jähriges Opfer erzählt

„Ließ mich blutend liegen”: Brutale Rambo-Attacke in München

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Der Münchner Walter T. zeigt die Stelle in Obersendling, an der ihn der fremde Radfahrer vom Rad schubste.

Ein rücksichtsloser Radl-Rambo hat kürzlich in München die Flucht ergriffen! Es sind erschreckende Szenen, die sich diese Woche in Obersendling abgespielt haben sollen.

München - Ein Mann auf einem E-Bike soll einen anderen Radfahrer (74) beleidigt und geschubst haben – und ihn dann einfach blutend und verletzt auf dem Boden liegengelassen haben! Ein Video, das der tz-Redaktion vorliegt, zeigt die Flucht des mutmaßlichen Täters: Der ältere Herr, bekleidet mit heller Mütze, auffällig buntem Hemd und kurzer Hose, biegt mit dem Rad rasant um die Kurve, hinter ihm rennt ein junger Mann her. Es ist Denis R. (33), der versucht, den flüchtenden Radler zu erwischen. Doch der ist mit seinem E-Bike einfach schneller…

Am Montagvormittag wollte das spätere Opfer Walter T. gerade nach Hause radeln. In der Kistlerhofstraße in Obersendling kommt dem 74-Jährigen ein Radfahrer als Geisterradler entgegen. „Ich hab zu ihm gesagt, dass er auf der richtigen Seite fahren soll“, erzählt Walter T. der tz. Daraufhin habe der Mann angefangen, ihn zu beschimpfen und ihn vom Rad aus umgeschubst. „Ich bin mit dem Kopf auf einen Poller und dann auf den Boden geknallt“, berichtet er. „Zum Glück hatte ich einen Helm auf, sonst wäre das viel schlimmer ausgegangen.“

Rambo-Attacke in München-Sendling: Aufnahmen zeigen Flüchtigen

Der Münchner zieht sich eine Verletzung am rechten Fuß zu. Dieses Bein ist ohnehin vorgeschädigt, da Walter T. bei einem Autounfall vor 40 Jahren Verbrennungen dritten Grades erlitten hatte. „Weil ich Blutverdünner nehme, hab ich furchtbar geblutet“, sagt er. Doch ohne sich um den Verletzten zu kümmern, soll der Unbekannte einfach davongefahren sein.

Zeuge Georg H. filmte die Flucht des Radl-Rambos mit seinem Fotoapparat. Denis R. im roten T-Shirt lief dem Mann hinterher.

Denis R. sitzt zu diesem Zeitpunkt gerade auf einer Parkbank vor seinem Büro und hört, wie sich zwei Männer anschreien. „Deshalb habe ich mich umgedreht und gesehen, wie einer den anderen geschubst hat und dann einfach weitergefahren ist.“ Der 33-Jährige reagiert sofort und rennt dem Radler auf dem E-Bike hinterher. „Es ist unter aller Sau, einfach abzuhauen“, sagt er. „Ich hab gesehen, wie der andere Mann auf einen Poller gefallen ist und gedacht: Oh weh. Das könnte etwas Schlimmeres sein.“

Auch Kameramann Georg H. (66) bemerkt den Streit und zückt seinen Fotoapparat, um den Flüchtenden per Video einzufangen. „Ich habe gesehen, wie der Radfahrer in die Perchtinger Straße einbiegt und sich immer wieder umdreht. Er war so schnell, dass der Zeuge keine Chance hatte, ihn einzuholen“, sagt Georg H. „Ich hoffe, dass der Radfahrer gefunden wird.“

Unterdessen wird der verletzte Walter T. in eine Klinik eingeliefert und seine Wunde versorgt. „Ich bin außerdem auf die Schulter gefallen, die mir seitdem weh tut“, sagt der ehemalige Vermögensberater. Nun muss er regelmäßig zum Arzt und seine Verletzung kontrollieren lassen. „Ich fahre sehr viel Fahrrad in der Stadt, aber so etwas ist mir noch nie passiert.“

Der Münchner erstattet Anzeige bei der Polizei. Dort wird der Vorfall als „Aggressionsdelikt im Straßenverkehr“ geführt. Die Polizei ermittelt wegen Körperverletzung und Beleidigung.

Radfahren in München ist gefährlich. Überall! Ein weiterer trauriger Beweis dafür ist ein Unfall kürzlich nahe der Wittelsbacherbrücke. Denn wieder wurde ein Radler (33) von einem Lastwagen erfasst.

Außerdem: Es war eine brutale Attacke auf einen 26-Jährigen in München, die bereits einige Monate zurückliegt. Nun sucht die Polizei nach den unbekannten Tätern, die in der gleichen Nacht auch gegen zwei junge Frauen gewalttätig wurden.

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