Lokalpolitiker streiten

Dauer-Zoff um umstrittenen Treff geht in neue Runde: „Diese Menschen gehören ebenso zu Sendling wie wir“

U-Bahn Implerstraße
+
An der Implerstraße wird lebhaft über eine Parkbank diskutiert (Symbolbild).

Eine Parkbank hält Sendlinger Stadtteilpolitiker weiterhin in Atem. Verschiedene Lösungsansätze werden diskutiert.

München - In den vergangenen Monaten war sie ein ständiges Thema während der Sitzungen des Sendlinger Bezirksausschusses (BA): die Sitzbank an der Implerstraße Ecke Kyreinstraße. Bereits vor den Sommerferien hatten die Lokalpolitiker über die Sitzgelegenheit diskutiert, da sich zahlreiche Anwohner über die oftmals alkoholisierten Benutzer der Bank beschwert hatten. Passanten, aber vor allem junge Frauen, würden dort wiederholt angepöbelt werden, hieß es in einem dazugehörigen Schreiben.

Anwohner klagen über verstörende Szenen auf Parkbank: „Platz ist ungeeignet“

Nach einer Begehung in Begleitung des allparteilichen Konfliktmanagements in München* – kurz: Akim – wurden in der aktuellsten Sitzung des BA nun mögliche Lösungsvorschläge diskutiert. Ein erster konzentriert sich auf die Beibehaltung der Bank, allerdings mit einer zweiwöchigen Abbauphase.

Ärger in Sendling: Auf einer Sitzbank wie dieser hocken tagsüber alkoholisierte Menschen und pöbeln.

Weitere Lösungen wären eine komplette Versetzung oder ein sofortiger dauerhafter Abbau der Sitzgelegenheit. Für die CSU um Andreas Lorenz ist die Situation klar: „Der Platz ist ungeeignet“, argumentierte er bestimmt und verwies auf die Nähe zu einem Hort und der Grund- und Mittelschule an der Implerstraße.

München: FDP-Mann hält im Bank-Streit dagegen: „Diese Menschen gehören ebenso zu Sendling“

„Eines dürfen wir nicht vergessen“, entgegnete Rene Kaiser von FDP. „Diese Menschen gehören ebenso zu Sendling* wie wir.“ Eine Versetzung und gleichzeitige Verdrängung des Problems bringe nichts, das habe sich schon an anderen Orten im Stadtteil gezeigt.

Die Beschwerden der Anwohner hätten sich in Gesprächen mit den Hortmitarbeitern mehr als bestätigt, erwiderte daraufhin Lorenz, der mit seinen Parteikollegen an einem Abbau der Sitzgelegenheit festhielt. Der Großteil des Plenums tendierte eher zu einer Erhaltung der Bank an ihrem jetzigen Standort, das vorherrschende Problem wolle man dennoch nicht aus den Augen verlieren, hieß es vonseiten der SPD-Fraktion.

Entscheidung zu umstrittener Parkbank in Sendling vertagt

Eine endgültige Entscheidung zu dem streitbaren Thema dürfte nicht vor Ende des Jahres fallen. In einer abschließenden Abstimmung verständigten sich die Lokalpolitiker auf eine weitere Beobachtung der Lage im Herbst. Gerade durch das Ende des Sommers und die sinkenden Temperaturen erhoffen sich die BA-Mitglieder neue Erkenntnisse darüber, wie es an der belebten Ecke im Stadtviertel weitergehen soll. *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant

Kommentare