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Anwohner gehen wegen „rücksichtslosem“ Projekt auf die Barrikaden - Experten fällen schonungsloses Urteil

Auf diesem Platz soll der Neubau entstehen – Denkmalschützer bezeichnen das als „rücksichtslos“
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Auf diesem Platz soll der Neubau entstehen – Denkmalschützer bezeichnen das als „rücksichtslos“.

Die Pläne für einen Schul- und Kita-Bau in München-Sendling beißen sich laut Landtag mit dem dort geltenden Denkmalschutz. Nun gibt es einen Planungsstopp für die gravierende Umbaumaßnahme.

  • Mehr Platz für Schüler in München-Sendling? Das dauert noch: Der Umbau-Plan ist vorerst gescheitert.
  • Die Anwohner haben wegen dem Schul-Projekt eine Petition gestartet - die stößt im Landtag auf offene Ohren.
  • Eigentlich wolle man das Vorhaben gar nicht kippen. Vorwürfe gibt es jedoch gegen die Lokalbaukommission.
  • Mehr zu diesem Thema gibt es in unserer App.

München - Ein zweizügiger Erweiterungsbau an der Reutberger Straße 10–12 soll der Maria-Probst-Realschule mehr Platz verschaffen. Dort soll auch ein „Haus für Kinder“ mit Plätzen für Krippe, Kindergarten und Hort einziehen sowie eine Zentralmensa mit etwa 400 Plätzen für die Kinder der Realschule und der benachbarten Grund- und Mittelschule am Gotzinger Platz. Daneben umfasst das Projekt noch eine Tiefgarage und eine Dienstwohnung. Die an die Bestandsgebäude anschließenden Gebäudeteile sollen zwei- beziehungsweise dreigeschossig werden, das Schulgebäude selber viergeschossig. Weil der Platz so eng ist, wird das Dach zum Pausenhof.

Schulumbau in München vorerst gescheitert: „Die geplante Bebauung ist rücksichtslos“

Den Anwohnern ist das Ganze zu wuchtig. Das Multifunktionsgebäude stehe in auffälligem Kontrast zur übrigen Bebauung und zerstöre die gewachsene Struktur im Viertel, argumentieren sie. Der Gotzinger Platz präsentiert sich als malerischer Platz des späten Historismus, konzipiert unter der Leitung von Theodor Fischer – seinerzeit ebenfalls ein wuchtiges Neubauprojekt. Bis auf ein einziges Gebäude an der Implerstraße steht jedes Gebäude im nördlichen Quartiersbereich unter Denkmalschutz. Das Schulhaus stammt aus dem Jahr 1906, der Neubarockbau der katholischen Pfarrkirche St. Korbinian mit seiner monumentalen Ostfassade und den beiden 55 Meter hohen Türmen wurde 1926 fertiggestellt.

Das Grundstück sei einfach zu klein für insgesamt rund 600 Kinder plus Mensa, so die Anlieger. Der gemeinsame Innenhof von Neubau und Nachbarhaus werde komplett verschattet, zudem entstehe eine Canyon-Situation ohne Belüftung, in der sich die Geräusche unerträglich potenzierten. Fazit der genervten Anwohner: „Die geplante Bebauung ist rücksichtslos.“

Diese Visualisierung zeigt, wie das neue Schulgebäude einst aussehen soll. Die hiesige Realschule soll mehr Platz bekommen – das schmeckt nicht allen Anwohnern.

In der Entwurfsplanung waren die Pläne allerdings von der unteren Denkmalschutzbehörde durchaus positiv bewertet worden. Zudem befindet sich der Bauplatz nicht direkt am Gotzinger Platz, sondern in einer von diesem abgehenden Straße. Der Neubau setzt bewusst an den beiden Brandmauern an, dadurch entsteht ein 400 Quadratmeter großer Innenhof – ähnlich wie bei anderen Gebäuden im Viertel.

Absage an Sendlinger Schulbau-Projekt: Start ursprünglich für August 2020 vorgesehen

Um die Baupläne der Stadt München noch zu stoppen, reichten die Anwohner eine Petition im Landtag ein und bekamen Rückenwind vom Ausschuss für Wissenschaft und Kunst. Der Neubau habe eine „erdrückende und massiv störende Wirkung“, so das vernichtende Urteil. Kubatur, Architektur und Materialität seien mit den bestehenden Einzeldenkmälern sowie dem kompletten Ensemble nicht in Einklang zu bringen, finden der CSU-Abgeordnete Robert Brannekämper, der den Ausschuss leitet und die denkmalpolitische Sprecherin der Grünen, Sabine Weigand. Die Bayerische Staatsregierung solle jetzt sicherstellen, dass die Baugenehmigung nicht erteilt wird und die Stadt eine denkmal- und ensemble-gerechtere Lösung findet.

Eigentlich sollte schon im August 2020 Baustart sein. Bevor man die offizielle Mitteilung des Wissenschaftsausschusses kenne, könne man keine Aussagen dazu treffen, wie es mit dem Schulbauvorhaben an der Reutberger Straße weitergehen werde, heißt es aus dem zuständigen Schulreferat. Das wäre alles nicht nötig gewesen, erklärt Anwalt Benno Ziegler, der die Bürgerinitiative vertritt. Man habe vorher mit der Lokalbaukommission gesprochen, dort seien alle Bedenken vom Tisch gewischt worden. Dabei will man das Schulzentrum gar nicht komplett kippen. Eine Lösung könnte beispielsweise das Areal mit der alten Turnhalle auf der Ostseite der Reutberger Straße bieten.

Im Herbst 2019 gab es einen ähnlichen Wirbel um ein Schulbau-Projekt in Perlach-Nord. Am 15. Juni 2020 hat ein bislang unbekannter Mann im Süden von München eine Tankstelle überfallen. Die Polizei sucht Zeugen.

Carmen Ick-Dietl

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