"Nicht in unserem Namen"

Muslime in München mahnen: Gegen die IS-Gewalt

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Vor der Moschee in Sendling beteten am Freitag Muslime und Nicht-Muslime für den Frieden.

München - Es sind Bilder, die betroffen machen: Der „ Islamische Staat“ zieht eine Spur des Terrors durch den Irak und Syrien. Auch junge Männer aus Deutschland beteiligen sich an den Gewalt­exzessen. Freitag stellten über 20 muslimische Geistliche in München klar: „Nicht in unserem Namen.“

Am Freitag erklärten die Münchner Imame anlässlich eines Aktionstages der deutschen Muslimverbände gegen Extremismus und Gewalt ihre Abscheu gegenüber dem IS-Terror. Vom Penzberger Imam und Initiator des geplanten Münchner Islamzentrums Benjamin Idriz initiiert, unterzeichneten vor dem Freitagsgebet 15 Geistliche eine Deklaration – unter ihnen bosnische, türkische, arabische, indonesische, sunnitische und schiitische Prediger. Die Geistlichen bezeichneten die Taten des IS als „unislamisch wie unmenschlich“. Der Islam werde von den Extremisten „unbeschreiblich pervertiert“. Und weiter: „Wir solidarisieren uns mit Christen, Juden, Jesiden, Schiiten oder Sunniten – wer auch immer, wo auch immer unter Gewalt, Terror und Vertreibung leidet.“ Und: „Wir wehren uns dagegen, dass der Hass aus anderen Regionen der Welt nach Deutschland gebracht werden soll.“

Am Nachmittag beteten bei einer Kundgebung vor der türkischen DITIB-Moschee in Sendling muslimische Prediger und christliche Priester für den Frieden. In einer Erklärung hieß es: „Wir erleben, wie Menschen im Namen Allahs Grausamkeiten begehen, andere Menschen quälen, sie aus ihren Häusern vertreiben und ermorden. Sie handeln unter dem Banner des Propheten, zeigen mit ihren Verbrechen aber, dass sie kein Wort davon verstanden haben, was Allah uns offenbart hat und wie unser Prophet nach diesen Geboten gelebt hat.“

Zugleich wurde an Anschläge auf deutsche Moscheen erinnert. „Wir erleben, wie hier in Deutschland unsere Moscheen angegriffen und in Brand gesteckt werden, seit 2012 allein in über 80 Fällen.“

J. Welte

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