Nach einem Jahr: Einbruchserie Jugendlicher geklärt

München - Nach rund einem Jahr hat die Polizei eine Einbruchserie in Sendling aufgeklärt. Rund 80 Mal haben die Einbrecher zugeschlagen. Beuteschaden: 240.000 Euro. Eine Videokamera half dabei, die Jugendlichen zu schnappen.

In der Zeit von Anfang Mai bis Mitte August 2010 wurden in Sendling und in angrenzenden Stadtteilen vermehrt Einbrüche in verschiedenste Objekte angezeigt. Hierunter befanden sich unter anderem Wohnungen, Häuser, Büros, Gaststätten und Werkstätten. Aufgrund des „Modus Operandi“, der räumlichen Nähe und der zeitlichen Folge der einzelnen Taten ist die Polizei von örtlich ansässigen Tätern ausgegangen. Durch die enge Zusammenarbeit des Kommissariats für Einbruchdiebstahl mit den Beamten der Polizeiinspektion 15 (Sendling) erhärtete sich der Tatverdacht gegen eine Gruppe Jugendlicher aus Sendling.

Durch eine in einem Kongresszentrum an der Theresienhöhe installierte Videokamera konnten Mitte August bei einem Einbruch zwei 16 und 17 Jahre alte Täter videografiert und bald darauf identifiziert werden. Sie hatten einen Tresor mit Inhalt entwendet.

Nach ihren Festnahmen räumten sie diesen und noch weitere Einbrüche ein, benannten Mittäter und zeigten den Ablageort des unbeschädigten Tresors.

Die eingerichtete Ermittlungsgruppe „Bavaria“ hat nun bis April 2011 insgesamt 80 Einbruchdiebstähle ermittelt, die von zwei Tätergruppierungen begangen wurden. Neben den genannten Straftaten versuchten die Täter erfolglos, mittels der entwendeten Kreditkarten an Automaten Geld abzuheben und begingen Betrugsdelikte.

Zu den Einbrüchen konnte die EG „Bavaria“ insgesamt 19 Tatverdächtige ermitteln und vorläufig festnehmen. Unter den Jugendlichen im Alter von 15 bis 21 Jahren befinden sich zwei Intensivtäter und ein 21-jähriger Beschuldigter, gegen die vom Amtsgericht München Haftbefehle erlassen wurden. Gegen weitere vier Jugendliche wurden im Februar 2011 wegen eines erneuten Einbruchs in einen Verbrauchermarkt ebenfalls Haftbefehle wegen Wiederholungsgefahr erlassen. Am Ende der Ermittlungstätigkeit konnten die Kriminalbeamten den Gesamtwert des Diebesgutes auf ca. 240.000 Euro beziffern. Hierunter befanden sich Bargeld, Schmuck, Laptops, Handys und Gegenstände der Unterhaltungselektronik. Der Sachschaden durch die verursachten Einbrüche und Einbruchsversuche beläuft sich auf ca. 25.000 Euro.

Das Diebesgut veräußerten die Täter teilweise in An- und Verkaufsgeschäften in der Münchner Innenstadt oder verkauften es an Bekannte. Dabei erhielten sie meist nur einen Bruchteil des tatsächlichen Wertes. Weiterhin entwendeten die Täter zwei scharfe Pistolen, die sie allerdings wegwarfen. Beide Waffen konnten gefunden und sichergestellt werden.

Das Motiv für die Einbrüche liegt im Konsumverhalten der Jugendlichen. Sie gaben das Geld für Essen, Trinken, Kleidung oder Gegenstände der Unterhaltungselektronik aus. Außerdem mieteten sie sich Luxuslimousinen und ließen sich durch München und Oberbayern chauffieren.

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