OB Ude beantwortet tz-Leserfrage

Warum wurde dieses Baumhaus gebaut?

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Das Baumhaus im Neuhofener Park erlaubt Einblicke in die Wipfel

München - OB Christian Ude beantwortet Fragen von tz-Lesern - diesmal erkundigt sich eine Bürgerin, warum ein teures Baumhaus im Neuhofener Park in Sendling gebaut wurde.

Frage:

Ich wohne in Sendling direkt am Neuhofener Park. Seit Mitte des Jahres wurde hier ein „Baumhaus“ gebaut. Ein Projekt für Menschen mit Behinderung, damit diese wohl mal in den Wald gehen können. Leider ist das Projekt für die meisten Sendlinger, welche im Park sind, nicht ganz schlüssig. Wir haben keine Behindertenwerkstatt in der Nähe und somit kein vermehrtes Aufkommen von Leuten mit Behinderung, welche dieses Baumhaus nutzen könnten. Das Baumhaus hat wohl um die 180 000 Euro gekostet. Diese Kosten hätte man viel besser für einen Zaun um den Kinderspielplatz nutzen können oder noch besser für eine Beleuchtung. Warum werden hier Steuergelder für einen Bau eines überflüssigen „Baumhauses“ verschwendet?

Daniela Pock, Sendling

Antwort

Das Baumhaus im Neuhofener Park steht Kindern und Erwachsenen offen, ob mit oder ohne Handicap. Das bedeutet: Auch wer nicht gut zu Fuß ist oder nur mit Rollator oder Rollstuhl mobil sein kann, der kann dennoch in den Genuss der neuen Einrichtung kommen. Denn von dort oben eröffnen sich neue Perspektiven, die sich ansonsten nur Kinder beim Klettern verschaffen können: Unmittelbare Einblicke in die Baumwipfel und Ausblicke in drei Himmelsrichtungen.

Impuls- und Ideengeber dafür war unsere amerikanische Partnerstadt Cincinnati, die ein derartiges Treehouse bereits hat. Aber unserer Partnerstadt haben wir nicht nur die Idee zu verdanken, sondern auch einen Zuschuss zu den Baukosten. Diese Idee wurde bereits im Vorfeld positiv von den Bürgerinnen und Bürgern aufgenommen, 2009 hatte der Bezirksausschuss Sendling den Baumhausbau beschlossen. Die Standortsuche gestaltete sich etwas komplizierter, denn es musste ein nach Lage und Topografie geeigneter Platz gefunden werden mit passend hohen Bäumen, die nahe genug an einem Hang stehen.

Studenten der FH Rosenheim hatten den Entwurf gefertigt, der vom Baureferat überarbeitet und realisiert wurde. Im Juni wird es zusammen mit Gästen aus Münchens Partnerstadt Cincinnati offiziell eingeweiht. Ich finde: Das Baumhaus bereichert den Neuhofener Park in Sendling auf sehr sinnvolle Weise und für alle Parkbesucher. Was Zaun und Beleuchtung anbelangt, erscheint aus meiner Sicht im Neuhofener Park weder das eine noch das andere geboten: Dichtes Strauchwerk und ein Zaun, der parallel zur Plinganser Straße verläuft, schirmen den Spielplatz vom Straßenverkehr ab. Und Wege in Münchner Grünanlagen werden nur dann beleuchtet, wenn sie Teil eines übergeordneten Wegenetzes sind.

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