Wer ist der fiese Dieb im Pflegeheim?

Räuber klaut Demenzkranker brutal die Ringe

+
Die 98-jährige Therese G. wurde im Pflegeheim beklaut.

München - Es gibt Menschen, die scheinen kein Gewissen zu besitzen. So wie der Unbekannte, der vor einigen Tagen plötzlich im Zimmer von Therese G. (98) stand und die wehrlose Dame beklaute.

Der Ringfinger des Opfers ist blau geschwollen.

Die betagte Dame wohnt im St. Josefheim der Münchenstift am Luise-Kiesselbach-Platz. Sie ist schwer demenzkrank, wehrlos. Und so dachte sie sich nichts, als der Fremde ihre Ringe bewunderte. „Die will ich größer machen“, soll er gesagt haben. Dann tut er das Unglaubliche: Mit Gewalt reißt er immer wieder an den edlen Schmuckstücken – bis diese endlich vom blau geschwollenen Finger rutschen. Dann türmt er.

Der miese Dieb im Pflegeheim: Manfred G., der Sohn von Therese ist außer sich vor Wut: „Wer macht denn sowas? Meine Mutter ist absolut hilflos“, schimpft er gegenüber der tz. Die Schmuckstücke waren wertvoll: Ein Ring ist mit einem großen Aquamarin besetzt, den anderen zieren kleine Diamanten. Gesamtwert: rund 3500 Euro. „Meine Mutter trug diese Stücke immer, deswegen musste der Dieb sie auch regelrecht runterzerren“, so der Sohn. Ganz blau war der Finger nach der Tat. „Ich habe natürlich sofort Anzeige erstattet.“

Ring-Raub nicht der erste Diebstahl im St. Josefheim

Das St. Josefheim der Münchenstift am Luise-Kiesselbach-Platz ist zum Tatort geworden.

Damit ist Manfred G. nicht alleine, denn der Ring-Raub war nicht der einzige Diebstahl in dem Pflegeheim. „Derzeit liegen uns fünf Anzeigen von Angehörigen vor“, bestätigt ein Sprecher der Münchner Polizei zur tz – alle im Haus St. Josef. Und immer wurden dabei Bewohnern Schmuckstücke, die sie am Körper trugen, frech abgenommen. Für die Polizei gestalten sich die Ermittlungen schwierig, weil alle Opfer krank sind, teils unter schwerer Demenz leiden. Heißt: Sie können sich zu dem Täter nicht äußern, können ihn nicht beschreiben.“ Therese G. sprach immer wieder von einem Mann. „Ganz sicher kann man da aber auch nicht sein“, erklärt ihr Sohn Manfred. Übrigens: Erst vor wenigen Wochen wurden der 98-Jährigen schon mal 120 Euro aus dem Geldbeutel entwendet.

Auch Münchenstift-Chef Sigi Benker ist über die Taten schockiert: „Wir hoffen, die Polizei findet den Dieb schnell. Unsere Heime sind halt offene Häuser.“ Heißt: Hier kann sich jemand, der Böses im Schilde führt, leicht Zutritt verschaffen. Dennoch habe man schon Initiativen ergriffen, um dem dreisten Langfinger das Handwerk zu legen. Welche, wolle man aber nicht verraten.

Armin Geier

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Was denken Sie über diesen Artikel?

Kommentare