Todesdrama am Luise-Kiesselbach-Platz

Promis unterstützen Familie der toten Nicki

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Jeden Tag trauert Regina M. (59) um ihre Tocher Nicki, die bei einem Unfall starb. Seit damals versorgt die Münchnerin ihre kleine Enkelin.

München - 2013 wurde Nicki am Luise-Kiesselbach-Platz von einem Laster überrollt. Ihre kleine Tochter lebt mittlerweile bei den Großeltern, die finanzielle Sorgen haben. Doch ein Charity-Club hilft aus.

Die Zeit heilt alle Wunden, heißt es. Regina M. (59) weiß, dass dieser Satz eine Lüge ist. Fast drei Jahre ist es nun her, dass ihre Tochter Nicki († 31) starb, nachdem sie von einem Laster überrollt wurde. Am Luise-Kiesselbach-Platz, als damals dort wie wild am neuen Tunnel gebaut wurde. „Jetzt kommt Weihnachten – und ich muss meiner Enkelin erklären, dass ihre Mami auch heuer nicht zurückkommt“, erzählt die Münchnerin mit Tränen in den Augen. Denn genau diese Frage stellt die sechsjährige Leoni immer wieder. „Da zerreißt es uns fast jedes Mal das Herz.“

Am Luise-Kiesselbach-Platz geschah das Unglück.

Uns – das sind Oma Regina und Opa Josef (68). Sie kümmern sich seit dem Drama um das kleine Mädchen. „Sie ist unser Ein und Alles. Unser Engel“, sagen die Großeltern. Kaum zu glauben: Keinen Cent Schmerzensgeld hat die Familie M. bisher für den Tod der Tochter bekommen. Die Fußgängerampel zeigte an diesem Tag im März 2013 Grün, als die junge Mutter die Straße überquerte – und der schwere Laster sie überrollte. Dennoch will die Versicherung des Betonmischer-Fahrers immer wieder neue Infos haben, dann wieder neue Unterlagen, daraufhin wieder ein Gutachten, später wieder weitere Infos. „Zurzeit behaupten sie, dass meine Tochter vielleicht ein bisschen schräg gegangen sei und sie daher möglicherweise eine Teilschuld trage“, schimpft Regina M. „Teilschuld? Man stelle sich das vor. Das ist doch gemein!“ Für sie klingt das nach miesen Finten, um Zeit zu gewinnen.

Zeit, die die Familie M. leider nicht hat. „Ich kann ja nicht mehr arbeiten, seit wir Leoni haben“, erklärt die 59-Jährige. „Ich muss mich doch um sie kümmern. Und mein Mann bekommt eine kleine Rente. Wie sollen wir das auf Dauer schaffen?“ Zudem wurde nun auch noch die Miete für die Wohnung erhöht – um satte 120 Euro im Monat. „Wir drei werden uns nach etwas Kleinerem umschauen müssen“, stellt Oma Regina fest. „Zurzeit kommt es wirklich knüppeldick.“

Regina M. am Grab der Tochter.

Eins ist klar: Man kann den Schmerz über den Verlust für die Familie M. nicht lindern – aber man kann beistehen! Und nun kommt der Charity-Golfclub Eagles ins Spiel. Seit Jahren helfen die Promis um Präsident Frank Fleschenberg Menschen, die in Not sind. Zu den Eagles gehören Promis wie Fußball-Legende Franz Beckenbauer (70), Schauspieler Elmar Wepper (71) und Michael Roll (54) oder auch Moderatorin Sonja Zietlow (47). „Als wir davon gehört haben, dass sich die Großeltern alleine um die kleine Enkelin kümmern, war für uns klar, dass wir finanziell aushelfen müssen“, erklärt Eagles-Chef Frank Fleschenberg gegenüber der tz. 3000 Euro werden die Wohltäter der Familie M. nun überweisen. „Mit dem Geld können die drei dann auch mal wegfahren, einen Kurzurlaub machen“, so Frank Fleschenberg. „Zudem kommt Leoni ja nächsten Sommer in die Schule, und da braucht sie ja auch das nötige Zubehör.“

Eine tolle Geste der Promis – über die Regina M. sichtlich gerührt war, als die tz sie am Donnerstag darüber informierte. „Das ist eine wahnsinnig große Hilfe“, freut sich die liebenswerte Münchnerin. „Danke! Danke!“ Man merkt ihr dabei an, dass es ihr auch guttut zu wissen, dass man das Schicksal ihrer Familie nicht vergessen hat.

Bilder: Fußgängerin stirbt am Luise-Kiesselbach-Platz

Oft besucht Regina M. das Grab ihrer Tochter. Dann bringt sie Blumen mit oder legt ein Bild, das Leoni gemalt hat, neben das Grab. „Dieser Tag damals wird uns unser ganzes Leben begleiten“, weiß die Münchnerin. Den Glauben an Gerechtigkeit hat die tapfere Frau längst verloren. „Aber es ist schön zu wissen, dass es auch Menschen gibt, die einen im Auge behalten und einem beistehen.“ 

Armin Geier

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