Kletterhalle kann kommen

Wie sich Sendling 2021 verändert: Der Gasteig zieht um – und Entscheidungen beim Großmarktgelände stehen an

Sendling 2021: Der Gasteig zieht um – und Entscheidungen beim Großmarktgelände stehen an
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Umstritten: Die Kletterhalle des Deutschen Alpenvereins an der Thalkirchner Straße soll erweitert werden.

Sendling wird 2021 ein ganz neues Gesicht bekommen. Ein Überblick über Großprojekte und anstehende Entscheidungen.

Bald ist es so weit. Der Gasteig zieht um – und mit ihm verlagert sich ein Stück des Münchner Kulturlebens nach Sendling. Das Interimsquartier an der Hans-Preißinger-Straße 8 wird ab Mitte 2021 fertig sein. Gegen Ende des Jahres sollen Philharmonie und Stadtbibliothek sowie Teile der Musik- und Volkshochschule von Haidhausen auf das Stadtwerke-Gelände südlich des Heizkraftwerks umziehen.

Geplant ist ein Eröffnungskonzert der Philharmoniker. Deren Konzertsaal wird nun statt 2600 immerhin noch 1800 Plätze umfassen. Der Bezirksausschussvorsitzende von Sendling, Markus Lutz, (SPD), freut sich: „Wir gehen davon aus, dass nach der Zwischennutzung nicht alles wieder abgebaut wird und der Saal weiterhin ein bedeutender Konzertsaal bleibt.“ Etwa sechs Jahre wird das Interimsquartier bestehen.

Sorgen macht dem Bezirksausschuss (BA) Sendling allerdings die Verkehrserschließung. So hatten sich die Lokalpolitiker für eine neue Buslinie von Thalkirchen in die Innenstadt, eine Taktverdichtung der U3 und einen Halt des Expressbusses am neuen Gasteig starkgemacht. Im Gespräch ist derzeit die Expressbuslinie X30. Wer zu Großveranstaltungen mit dem Auto anreist, soll in der Garage am Blumengroßmarkt parken und per Shuttlebus zum Gasteig kommen.

Wie der neue Gasteig soll auch die Luise 2021 endlich starten. Das gemeinsame Kulturzentrum von Sendling, Ludwigs- und Isarvorstadt an der Ruppertstraße hätte im vergangenen Sommer eröffnet werden sollen – wegen Covid-19 fiel das aus. Nun ist der kommende Sommer im Gespräch. Eventuell wollen die Lokalpolitiker die Räume schon früher für Künstler und Veranstaltungen öffnen, sofern das die Corona-Lage erlaubt.

Ein ganz neues Gesicht soll in den kommenden Jahren das Großmarktgelände an der Schäftlarnstraße erhalten. „Wir warten noch auf eine Entscheidung zwischen dem Kommunalreferat und dem Investor“, erklärt der BA-Vorsitzende. „Der Erbpachtvertrag ist noch nicht ausgehandelt.“ Markus Lutz geht davon aus, dass dies 2021 geschehen wird. Sobald die wichtigsten Angelegenheiten geregelt sind, will der BA in einem Workshop mit Anwohnern Ideen zur Neugestaltung des Quartiers entwickeln. Durch den raumsparenden Neubau der Großmarkthalle werden beachtliche Flächen frei. Der BA wünscht sich die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum.

Ein heikles Thema ist der Neubau einer Boulderhalleam Kletter- und Boulderzentrum München-Süd des Deutschen Alpenvereins (DAV) an der Thalkirchner Straße. Der BA ist dagegen – unter anderem wegen der drohenden Verkleinerung der Grünfläche sowie aus Sorge um die Frischluftschneise. Auch in der Bevölkerung gibt es Befürworter und Gegner. Zuletzt legte der DAV ein überarbeitetes Konzept vor, das nun wohl realisiert werden kann. Davon geht auch der BA aus, der dem Projekt immer noch ablehnend gegenübersteht. Michael Düchs, Mitglied im Vorstand des Trägervereins der Kletterhalle, sagt: „Wir hoffen, dass die Baugenehmigung bald kommt.“ Der DAV habe mit der Lokalbaukommission einen guten Kompromiss für den Grünflächenschutz und die Frischluftschneise entwickelt.

Gebaut wird auch am Herzog-Ernst-Platz zwischen Radlkofer-, Pfeufer- und Hans-Klein-Straße. „Teile der Gebäude werden 2021 im Rohbau da sein“, prognostiziert BA-Chef Markus Lutz. Dort entstehen um die 200 GWG-Wohnungen, einige davon für Auszubildende und städtische Bedienstete. Ein Teil der Wohnungen wird von der Münchner Aidshilfe angemietet. Sie wird dort auch ein Restaurant betreiben. Die katholische Frauenhilfe wiederum erhält Wohnungen für die Aufnahme in Not geratener Frauen. Ergänzt wird das kleine Quartier durch ein Boardinghaus, einen Supermarkt und ein Haus für Kinder.

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