Bezirk der Landeshauptstadt München

Sendling

Jugendliche auf Kiesbank am Flussufer der Isar am Flaucher
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Die Isar am Flaucher

Der Stadtteil Sendling blickt auf eine wechselhafte und spannende Geschichte zurück. Älter als die Landeshauptstadt selbst, entwickelte sich aus dem ehemaligen Dorf ein wichtiger Industriestandort und attraktiver Platz zum Leben.

München – Sendling ist ein Stadtteil in bester Münchner Lage und grenzt im Norden direkt an Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt. Seine lebendige Geschichte prägt den Bezirk noch heute. Unser brandneuer München-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alles, was in der Isar-Metropole passiert.

Sendling: Geschichte des Münchner Stadtbezirks

Östlich liegt die Isar, im Westen Sendling-Westpark und im Süden folgt der Stadtbezirk Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln. Sendling, heute Münchens Stadtbezirk 6, wurde erstmals im 11. Jahrhundert urkundlich erwähnt. Nachdem Heinrich der Löwe 1158 München gründete, siedelten sich größere Höfe an. Die „Sentlinger“ handelten mit Salz und waren als Geldwechsler tätig. Im 17. Jahrhundert suchten der Dreißigjährige Krieg und die Pest die Bewohner heim, trotzdem wuchs das Dorf weiter. Am 25. Dezember 1705 fand die Sendlinger Mordweihnacht statt, in der rund 1.100 bayerische Aufständische von Reichstruppen im Dorf ihr Leben verloren. Die Aufständischen hatten zuvor versucht, München zu erobern.

Sendling wird ein Stadtteil von München

Im 18. Jahrhundert erfuhr die Münchner Vorstadt einen Aufschwung, was sich am Gebäudebau widerspiegelt. 1818 wurden Altsendling, Mittersendling, Neuhofen und die Sendlinger Haide in die Gemeinde Untersendling eingegliedert. Obersendling kam zur Gemeinde Thalkirchen. Während des 19. Jahrhunderts wurden viele Firmen und Fabriken ansässig, vor allem im Bereich Maschinenbau. Die Bekannteste bis heute ist die Siemens AG. Sendling entwickelte sich zu einem wichtigen Industriestandort und Arbeiterviertel. Am 1. Januar 1877 erfolgte die Eingemeindung des Stadtbezirks nach München. 1911 eröffnete der Tierpark Hellabrunn seine Tore. Über die Stadtgrenzen hinaus ist der Münchner Zoo heute bekannt. 1912 wurden die Großmarkthallen an der Thalkirchner Straße vom Bürgermeister feierlich eröffnet. Noch heute kaufen die Münchner dort ihre Lebensmittel und Blumen. Mittlerweile haben sich viele Dienstleister und Künstler in den attraktiven Markthallen einquartiert.

Sendling während des 20. Jahrhunderts

Der Erste Weltkrieg und die Weltwirtschaftskrise hinterließen im Arbeiterviertel ihre Spuren. Armut und Verelendung waren die Folgen. Politisch links verortet konnten sich die Sendlinger nicht dem Aufstieg des Nationalsozialismus nach 1933 erwehren. Juden und politisch Andersdenkende wurden verfolgt und getötet. Während des Zweiten Weltkriegs stiegen viele Sendlinger Betriebe auf Kriegswirtschaft um. In den Fabriken wurden Zwangsarbeiter beschäftigt, die in zwei Außenlagern des KZ Dachau in Sendling unter widrigen Umständen untergebracht waren. Der Bezirk wurde bombardiert, blieb von größeren Kriegszerstörungen aber weitestgehend verschont. Nach Kriegsende siedelten sich in Sendling viele Flüchtlinge an. Im Zeichen des Wirtschaftswunders wurden Arbeitskräfte benötigt und in den 1950er-Jahren entstanden immer mehr Wirtschafts- und Industriebetriebe. Zahlreiche Firmen ließen sich in Sendling und dem Umland nieder. Die Tabakproduzenten Reemtsma und Philipp Morris sorgten über Jahrzehnte für hohe Gewerbesteuereinnahmen.

Sendling und seine Besonderheiten

Nach wie vor haben Handwerk, Handel und Industrie in Sendling ihre Standorte und sorgen für Beschäftigung und eine gute Infrastruktur. Als Ausgleich für das geschäftliche Treiben dienen Grünflächen und Freizeitorte wie die Flaucheranlagen, die Stemmerwiese und zahlreiche Kleingärten. Sendling hat zudem interessante historische Bauwerke und Plätze zu bieten, deren Besuch sich lohnt:

  • Die Alte Pfarrkirche St. Margaret aus dem Jahre 1712 gehört zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten des Bezirks. Einige Bauteile und Fenster stammen aus dem Mittelalter.
  • Eine Sendlinger Besonderheiten ist das 1905 errichtete Monument für den „Schmied von Kochel“, der der Legende nach während des Aufstandes in der Mordweihnacht 1705 heldenhaften Widerstand leistete.
  • Der Stemmerhof ist ein ehemaliger Bauernhof aus dem 14. Jahrhundert, der heute mit Bio-Läden und einem gemütlichen Café Besucher anlockt.
  • Der Harras ist als zentraler Verkehrsknotenpunkt und beliebter Einkaufsort in ganz München bekannt. Viele Gebäude am Harras entstammen dem Jugendstil. Das ansässige Postamt ist ein Klassiker der Weimarer Moderne.
  • Direkt an der Isar gelegen lädt der Flaucher mit seinen Grünflächen und Wäldern nebst Biergarten seit dem 19. Jahrhundert die Münchner zum Ausflug ein.

Der Stadtteil Sendling ist heute eine der angesagtesten Lagen in München und erfreut sich vor allem bei jungen Leuten großer Beliebtheit.

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