Geduldsprobe für Autofahrer

Software-Fehler sorgt für Mega-Stau am Kiesselbachtunnel

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Nichts ging mehr für eine halbe Stunde: Der Luise-Kiesselbach-Tunnel (Symbolbild) war am Dienstagmorgen gesperrt.

München - Schranke zu, Tunnel gesperrt: Für viele Pendler wurde der Luise-Kiesselbachtunnel am Dienstagmorgen zur Geduldsprobe. Ein Fehlalarm sorgte für lange Staus.

Nach Angaben des Baureferats hatte eine externe Firma morgens die Notstromversorgung gewartet und getestet. Dabei wurde – bedingt durch ein Software-Problem – ein Fehlalarm (Kohlenmonoxid-Meldung) ausgelöst. Alle Ampeln sprangen automatisch auf Rot, der Tunnel wurde gesperrt, beide Röhren machten um 9.45 Uhr komplett dicht.

Riesen-Verkehrs-Chaos

Zufällig stand ein Dienstfahrzeug der Pressestelle des Polizeipräsidiums an der Stauspitze. In Absprache mit der Verkehrszentrale fuhren die Beamten mit Blaulicht in den Tunnel, fanden aber weder eine Gefahrenquelle noch Rauchentwicklung. Der Fehl­alarm wurde wieder zurückgesetzt. Ab 10.15 Uhr rollte der Verkehr wieder. Mittlerweile hatten sich lange Staus an den Zufahrten gebildet. Das ist dort aber weiter nichts Ungewöhnliches. Zu Stoßzeiten steht der Verkehr hier immer mal wieder. Unter anderem auch wegen der Baustellen rund um den Tunnel. Derzeit werkelt die Stadt an vier Orten. So lässt das Baureferat eben die gesetzlich vorgeschriebenen Wartungsarbeiten an der Betriebstechnik in den Tunneln durchführen.

Auch an der Oberfläche wird gearbeitet, so beispielsweise an der Garmischer Straße. Dort ist noch bis Ende 2017 nur eine Fahrspur pro Richtung frei. Ferner gebaut wird die Rampe von der Oberfläche in den Trog der Heckenstallerstraße. Dort wird zudem die Brücke saniert. Laut Baureferat liegen alle Arbeiten im Zeitplan.

Derzeit gilt wegen der Bauarbeiten an manchen Zufahrten noch Tempo 30. Das KVR wird nach Fertigstellung prüfen, ob diese Regelung beibehalten wird oder überall Tempo 50 gelten soll.

Wie viel Verkehr der Tunnel schon aufgenommen hat und wie hoch die Staubelastung ist, kann man derzeit noch nicht beantworten. Aussagekräftige Zahlen zum Verkehr und zur Staubelastung liegen noch nicht vor. Sascha Karowski, Dorita Plange

Das Riesen-Projekt

Rund sechs Jahre lang haben die Bauarbeiten gedauert, bis die neuen Röhren fertig gegraben und betoniert waren … Dazu war auch viel Vorplanung nötig – schließlich waren zum ­Beispiel jede Menge unterirdische ­Leitungen neu zu verlegen. Das heißt aber nicht, dass der Luise-Kiesselbach-Platz schon komplett fertig wäre. Denn: An der Oberfläche gibt’s noch viel zu tun. Wo die Münchner bisher nur eine graue Wüste kennen, soll eine kleine, grüne Oase entstehen. Mit Wiesen, mit Promenaden, mit Bäumen, mit Hecken, mit Sitzgelegenheiten – ein richtiger Park. Fertigstellung hoffentlich im Sommer 2017.

Michael Sapper

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