Neue Harras-Attraktion streikt

Der stille Brunnen von Sendling

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Dieses stille Wasser gründet nicht sehr tief: So schaute der Harras-Brunnen am Dienstag aus, von Fontänen keine Spur. Die Sendlinger flohen in den Schatten.

München - Er soll sprudeln und damit den Passanten Abkühlung und Ablenkung vom Verkehrslärm spenden. Doch der erst am 22. Juni eingeweihte Brunnen am Harras ist meistens nur ein stilles Wasser, weil er ausgeschaltet ist.

Groß war die Freude, als Bürgermeisterin Christine Strobl (SPD), Baureferentin Rosemarie Hingerl sowie der Bezirksausschussvorsitzende Markus Lutz und sein Vorgänger Günter Pelkowski (beide SPD) am 22. Juni das Wasser für den neuen Brunnen am Harras aufdrehten. Damit wurde das Ende der 7,3 Millionen Euro teuren Umgestaltung des Platzes im Herzen von Sendling gefeiert.

"Es plätschert selten"

Doch während sich manche über das wenige Grün beklagten, wunderten sich viele darüber, dass der neue Brunnen so abseits nahe der Plinganser Straße steht. Das Rauschen des Brunnens solle die Passanten vom Verkehrslärm ablenken, so die erstaunliche Begründung.

Dumm nur, dass der Brunnen selten rauscht: „Er ist meistens abgeschaltet“, heißt es in der benachbarten Harras-Apotheke. „Es plätschert selten“, hört man auch nebenan im Tchibo-Shop. Als das Thermometer am Dienstag auf 36,4 Grad kletterte, war von kühlen Fontänen jedenfalls keine Spur.

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„Der Brunnen ist abgeschaltet, weil eine Düse eingedrückt wurde und repariert werden muss“, erklärt Dagmar Rümenapf vom Baureferat. Das dürfte daran liegen, dass Kinder und Erwachsene gerne im Brunnen spielen.

Liegt etwa ein Konstruktionsfehler vor? Rümenapf will nicht ausschließen, dass sich die Störung wiederholt. Doch sie verspricht: „Wir suchen nach einer Lösung, wie wir die Ausfälle künftig verhindern können.“

Johannes Welte

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