Rafael A. gesteht brutale Übergriffe auf drei Frauen

Der Vergewaltiger aus dem Nachtbus

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Der Sex-Täter erschien im Anzug vor Gericht.

München - Rafael A. (26) hat in einer Nacht drei Frauen überfallen und versucht, sie zu vergewaltigen. Vor Gericht zeigt der Täter Reue. Doch ihm droht eine lange Haft.

Mit diesem Foto fahndete die Polizei nach Rafael A.

Er schaut zu Boden und schluckt schwer. Als Rafael A. (26) von seinen Taten berichtet, versagt ihm fast die Stimme. „Es tut mir sehr leid, ich bedauere die Vorfälle so sehr und mache mir große Vorwürfe“, sagt der Student. Drei Mal hatte er Frauen auf brutale Weise nachts überfallen, sie geschlagen und vergewaltigt. Im Sex-Prozess am Landgericht gibt er nun alles zu.

„Ich möchte mein falsches Verhalten nicht durch Alkoholkonsum rechtfertigen“, sagt Rafael A. Tatsächlich war er zur Tatzeit aber jeweils stark betrunken.

Die Taten sind abscheulich: Aus Frust über seine Einsamkeit trinkt er am 24. Mai 2014 nachmittags erst eine halbe Flasche Whiskey und sechs halbe Bier, in einer Bar am Sendlinger Tor abends dann noch Weißbier und Wodka. „Ich weiß nicht mehr warum, aber dann stieg ich in den Nachtbus“, sagt A. Dort trifft er auf Jenny H. (Namen geändert), sein erstes Opfer. Als sie um 3.34 Uhr in der Großhaderner Straße aussteigt, springt er hinterher. Kurz vor der Kreuzung Guardinistraße und Stiftsbogen reißt er die junge Frau zu Boden und versucht ihr zwischen die Beine zu greifen. Jenny W. aber wehrt sich: Sie tritt ihm in den Schritt und rennt weg.

Nur eine halbe Stunde später der nächste Übergriff des Sex-Täters! Johanna L. und Maja S. verfolgt er, als sie um 4.05 Uhr von der Disco nach Hause kommen und am Klinikum Großhadern aus dem Nachtbus aussteigen. Maja S. packt er von hinten an der Brust und greift direkt unter ihr Kleid. Als sie sich wehren will, wirft Rafael A. sie laut Anklage mit Gewalt zu Boden. „Ich wollte die Frauen nur erschrecken“, behauptet er. „Ich fiel dann auf sie, habe sie festgehalten und versucht, ihr zwischen die Schenkel zu greifen.“ Vergeblich versucht er, die Strumpfhose der geschockten Frau zu zerreißen. Er begrapscht sie im Intimbereich, hält ihr den Mund zu. Weil ihre Freundin auf den Täter einschlägt, gelingt die Flucht.

Vier weitere Übergriffe im Nachtbus hatten Frauen im Frühsommer 2014 zur Anzeige gebracht. Laut Staatsanwaltschaft lassen sich diese Taten Rafael A. aber nicht nachweisen. Er allerdings hatte am 23. März 2014 bereits eine Frau in Jena überfallen: Nach einer Party rang er sie zu Boden und missbrauchte sie. „Ich schäme mich dafür“, sagt er. Wegen Vergewaltigung und Körperverletzung drohen ihm nun mehrere Jahre Haft.

Andreas Thieme

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