Gewinnspiel-Falle

Betrüger-Opa (83) zockt 50 Münchner ab

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München - Sie sollte 500 Euro ins Ausland überweisen. Doch das erschien einer Hausfrau dubios - sie meldete sich bei der Polizei. Die schnappte den Trickbetrüger.

Ist dieser 83-Jährige Mann ein bedauerliches Opfer seiner eigenen Gier – oder ein skrupelloser Finanzagent türkischer Groß-Betrüger? Mit dieser Frage beschäftigt sich zur Zeit Kriminaloberkommissar Andreas Schragl vom Münchner Betrugskommissariat.

Am 2. Januar nahm die Kripo einen 83-Jährigen fest, der in einer Laimer Bankfiliale einer 65-Jährigen soeben beim Ausfüllen eines Formulars für den Geldtransfer per Western Union half. 500 Euro sollte sie in die Türkei überweisen – Geld, dass sie garantiert nie wiedergesehen hätte. Der bösartige Gewinn-Trick grassiert seit zwei Jahren und hat bereits tausende Opfer in Deutschland und hunderte Münchner um horrende Beträge gebracht.

Den Grundstein haben die Opfer selbst gelegt, indem sie ihre persönlichen Daten bei Online- oder Telefon-Gewinnspielen preisgaben. Dieses Datensätze werden legal verhökert – leider auch an Betrüger. So bekam die 65-Jährige aus Mittersendling Anfang des Jahres einen Anruf von einer (nicht existierenden!) Hamburger Anwaltskanzlei, dass sie 500 000 Euro gewonnen habe. Vor der Auszahlung müsse sie anfallende Kosten begleichen – eben besagte 500 Euro. Ein Münchner Partner der Kanzlei werde ihr bei den Formalitäten helfen und sie zur Bank begleiten – eben jener 83-Jährige Rentner. Der Frau kam das alles komisch vor.

Zum Banktermin bat sie heimlich die Polizei, die den Rentner festnahm. Bald stellte sich heraus, dass der betagte Gentleman in den letzten Monaten mehr als 50 Opfer „beraten“ hat. Mit seiner Hilfe flossen zehntausende Euro ins Ausland.

Doch der alte Mann wurde selbst um eine erhebliche Summe betrogen und hatte angeblich bis zuletzt gehofft, nach allerhand Gefälligkeiten seinen eigenen Gewinn bald ausgezahlt zu bekommen. Er ist jetzt zumindest wegen Geldwäsche dran.

Die Polizei rät: Nie Vorauszahlungen für Gewinne leisten – auch dann nicht, wenn angebliche Rechts- oder Staatsanwälte, Polizisten oder Gerichtsvollzieher dies fordern. Im Zweifelsfall: Sofort die (echte!) Polizei einschalten.

D. Plange

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