Land unter in Sendling: 300 Haushalte ohne Wasser

München - Eine Wasserleitung hat am Donnerstag in Untersendling ein Chaos angerichtet. Eine Straßenkreuzung wurde vollständig überflutet. Mehr als 300 Wohnungen hatten bis in die Abendstunden nur tropfenweise oder gar kein fließendes Wasser.

Wasserrohrbruch: See in Sendling

„Es hat schon in der Früh unter der Erde geblubbert und geknistert“, erzählt Robert Burger und deutet auf den Rand des Bürgersteigs vor seinem Getränkemarkt an der Aberlestraße Ecke Oberländerstraße. Dann, gegen neun Uhr, habe der Betonboden nachgegeben. Das Wasser sprudelte aus einem großen Loch am Bürgersteig gegenüber des Getränkemarkts auf die Kreuzung. Die Fluten verteilten sich in alle Himmelsrichtungen. Feuerwehrmänner entfernten die Gullys, um den Abfluss des Wassers zu erleichtern. Dabei handelt es nicht einmal um ein besonders großes Rohr.

Inzwischen hat die Polizei die Kreuzung abgesperrt. Es bleibt nur ein kleiner Durchgang zwischen dem roten Absperrband der Polizei, das bis auf den Bürgersteig reicht, und dem Eingang des Getränkemarkts. Burgers Laden an der Straßenecke bleibt zwar geöffnet und den Lieferservice kann er auch noch anbieten. „Mein Geschäft ist für heute aber gelaufen“, sagt er verärgert. „Sogar bis zum Rewe-Markt in der Alramstraße hat es das Wasser geschafft“, berichtet ein Anwohner.

Trotz der Absperrung wagte sich eine Frau mit ihrem Roller zu dem Sendlinger See. In dem Wasser kam sie zu Fall, Polizisten und Feuerwehrler halfen ihr wieder auf. Sie blieb unverletzt.

In fast 300 Wohnungen der Oberländerstraße, der Daiserstraße und der Lindenschmitstraße laufen die Waschbecken nur langsam und ohne Druck voll. Einige Anwohner haben gar kein fließendes Wasser. „Ich wollte mich heute morgen nass rasieren, aber ohne Wasser geht das ja schlecht“, sagt Anwohner Thomas Münster.

Mitarbeitern von Stadtwerken und Feuerwehr gelingt es schließlich, die gebrochene Leitung zu schließen. Der 30 Zentimeter tiefe See verzieht sich gegen Mittag langsam wieder unter die Erde. Die umliegenden Keller sind laut Feuerwehr glücklicherweise trocken geblieben. Am Abend heißt es bei den Stadtwerken, die Anwohner in der Umgebung würden wieder mit Wasser versorgt.

Der Kreuzungsbereich bleibt nach Angaben der Münchner Wasserwerke noch bis Montag wegen der Schäden durch die Unterspülung komplett gesperrt. Schon am Nachmittag haben die Einsatzkräfte damit begonnen, sich an der aufgerissenen Stelle nach unten zu graben. Das gebrochene Rohr wird in 1,60 Metern Tiefe durch ein neues ersetzt. Noch ist die genaue Ursache des Rohrbruchs nicht bekannt. Das Versorgungsunternehmen hat bisher nur eine Vermutung geäußert. „Sollte es in der Nähe der Kreuzung eine Baustelle gegeben haben, könnte es sein, dass das Rohr bei den Bauarbeiten beschädigt wurde“, so ein Sprecher der Werke. Am Montag beginnen jedenfalls die Reparaturarbeiten.

Anna Bender

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

MVG-Offensive: So soll der Nahverkehr besser werden
MVG-Offensive: So soll der Nahverkehr besser werden
Bus-Streik in München: Das erwartet Fahrgäste am Dienstag
Bus-Streik in München: Das erwartet Fahrgäste am Dienstag
Miriams Samen-Streit vor Gericht: Jetzt herrscht wohl Gewissheit
Miriams Samen-Streit vor Gericht: Jetzt herrscht wohl Gewissheit
Feueralarm im Kiesselbach-Tunnel: Mega-Stau auf dem Ring
Feueralarm im Kiesselbach-Tunnel: Mega-Stau auf dem Ring

Kommentare