Pläne fürs Schlachthofviertel

SPD: Forum Humor soll doch in die Viehhofbank - „Ziel muss eine Fertigstellung in dieser Amtsperiode sein“

SPD-Chefin Anne Hübner will das Forum Humor nun doch in der Viehhofbank ansiedeln.
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SPD-Fraktionschefin Anne Hübner beim Ortstermin an der alten Viehhofbank.

Das Haus des Humors soll doch im Schlachthofviertel eine Heimat finden. Die SPD wird einen Antrag stellen, das Projekt in der Viehhofbank zu realisieren. Aus Spargründen hatte die grün-rote Rathaus-Regierung zunächst davon abgesehen. Der Investor, der nebenan das Volkstheater baut, will sich auch beim Zentrum für komische Kunst engagieren.

  • Die SPD rudert zurück: Das Forum Humor soll nun doch in die Viehhofbank.
  • Die Lösung kam nach einem, Gespräch zwischen OB Dieter Reiter und Gerhard Polt zustand.
  • Die Idee, einen Hospizdienst anzusiedeln, ist vom Tisch.

Steter Tropfen höhlt den Stein. Oder in diesem Falle könnte man auch sagen: Humor ist, wenn es trotzdem klappt. Während der vergangenen Monate gab es ein Hü und Hott, ein Hin und Her, ob der Förderverein Forum Humor sein Projekt in der Viehhofbank verwirklichen kann. Das Konzept dafür steht bereits seit Anfang 2019: Das leer stehende Gebäude an der Zenettistraße soll als Ausstellungs- und Veranstaltungshaus, als Akademie und kreativer Hotspot sowie als kommunikativer Mittelpunkt von Künstlern und Publikum dienen. Alles unter dem Siegel der Komik.

Prominentester Förderer dieser Idee ist mit Gerhard Polt einer der Großmeister des Kabaretts. Der hatte dem Vernehmen nach vor einigen Tagen eine Unterredung mit OB Dieter Reiter (SPD) – die offenbar von Erfolg gekrönt war. Anne Hübner, SPD-Fraktionschefin im Stadtrat, sagte unserer Zeitung: „Unser Vorgehen ist mit dem OB abgestimmt.“

Kehrtwende der SPD

Die Sozialdemokraten vollziehen nämlich eine Kehrtwende und wollen das Haus des Humors nun doch in der Viehhofbank unterbringen. Der zuletzt favorisierte Plan, dem Hospizdienst DaSein dort eine Heimat zu geben, soll stattdessen ad acta gelegt werden. Leider könne dieses Vorhaben aufgrund der baulichen Gegebenheiten nicht realisiert werden, heißt es in dem Antrag der SPD, die zuvor das Gebäude besichtigt hat. Die Verwaltung solle den Verein nun bei der Suche nach geeigneten Räumen unterstützen, „damit Menschen in den letzten Wochen ihres Lebens Betreuung in einer würdigen Umgebung erfahren können“.

Laut Hübner ist die SPD in den vergangenen Wochen mit dem Förderverein Forum Humor noch einmal ins Gespräch gekommen. Die Initiatoren des Projekts hätten dabei deutlich gemacht, dass die Sanierung der Viehhofbank einem privaten Investor überantwortet werden könnte. Dabei handelt es sich um die schwäbische Firma Reisch, die aktuell das neue Volkstheater baut. Hübner zufolge will das Bauunternehmen bis Ende Oktober eine Kostenschätzung vorlegen. Zuletzt war eine Summe von 20 Millionen Euro für den Umbau des denkmalgeschützten Gebäudes veranschlagt worden. Mit der Investorenlösung würde der städtische Haushalt nicht zu sehr belastet werden. Die Stadt könnte das Gebäude via Erbpacht an die Firma Reisch übergeben. Zu überlegen wäre dann, ob die Stadt dem Investor einen einmaligen Zuschuss für die Investitionskosten gewährt oder einen jährlichen Betriebskostenzuschuss gibt.

Haus für komische Kunst würde prima ins Viertel passen

Wieder auf Kurs: Die Forum-Humor-Inspiratoren Eckart von Hirschhausen (li.) und Gerhard Polt (re.) sowie die Vorstandsmitglieder (v.li.) Peter Gaymann, Reinhard Wittmann und Marianne Wille.

Nach den Vorstellungen des Fördervereins könnte das Haus des Humors mit diesem Finanzierungsmodell in drei bis vier Jahren eröffnet werden. Hübner sagt: „Unser Ziel muss eine Fertigstellung in dieser Amtsperiode sein.“ Die dauert bis 2026. Laut der SPD-Fraktionschefin hat der Investor ein „starkes ideelles Interesse an einer Gesamtlösung für das Viertel“. Das Volkstheater wird im Herbst 2021 eröffnet. Unweit davon befinden sich auch das Wirtshaus am Schlachthof, der „Bahnwärter Thiel“ oder die „Alte Utting“, das spektakulär auf einer Eisenbahnbrücke stationierte Gastronomie-Schiff. Ein Haus für komische Kunst würde prima in dieses quirlige Viertel passen.

Mit den Grünen hat die SPD den Vorstoß noch nicht besprochen. Die CSU, den früheren Koalitionspartner, hätten die Sozialdemokraten aber ohnehin auf ihrer Seite. CSU-Fraktionschef Manuel Pretzl bekräftigte schon vor einem Monat: „Die Viehhofbank ist und bleibt der ideale Standort für das Forum Humor.“ Grün-Rot spare hier an der falschen Stelle.

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