Finanzkontrolle Schwarzarbeit

Am Westpark: Bauarbeiter ausgebeutet

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München - Zu Gehältern unter dem gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlohn hat ein portugiesischer Unternehmer auf einer Baustelle am Westpark monatelang 25 Arbeiter beschäftigt.

So sparte er rund 400.000 Euro an Sozialabgaben – doch das Hauptzollamt München kam ihm nun auf die Schliche. Im Baugewerbe besteht ein gesetzlicher Mindestlohn von 11,05 Euro. Um diesen zu umgehen, setzte der Unternehmer die 25 portugiesischen Bauarbeiter täglich zwischen zehn und 13 Stunden auf der Baustelle ein, die nach Informationen des Münchner Merkur auf dem ehemaligen ADAC-Gelände Am Westpark liegt. In den Stundenaufzeichnungen war dann aber nur von acht bis neun Stunden täglich die Rede. „Nachdem die falschen Stundenaufzeichnungen Basis für die späteren Lohnabrechnungen waren, wurden diese ebenfalls unrichtig erstellt und in der Folge der vorgeschriebene Mindestlohn wesentlich unterschritten“, sagte Zoll-Sprecher Thomas Meister.

Zahlreiche Beschwerden der portugiesischen Arbeiter brachten dann aber die Finanzkontrolle Schwarzarbeit auf den Plan. Rund 25 Zollbeamte durchsuchten Baucontainer und Geschäftsraume nach Unterlagen und befragten Arbeiter. Der Zoll schätzt den entstandenen Schaden an den Sozialkassen auf bisher auf etwa 400 000 Euro. Zudem könnten noch die geprellten Bauarbeiter Nachzahlungen geltend machen. Nach einem Gerichtsbeschluss wurde nun das Konto der portugiesischen Firma sowie deren Forderungen gegen deutsche Auftraggeber gepfändet.

ary

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