Westparkmörder kommt frei: Viele haben Angst

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Westparkmörder Gorazd B.

München - Für ihn ist der Mittwoch vermutlich ein Freudentag. Für gut ein Dutzend Opfer und Zeugen jedoch beginnt an diesem Tag die Zeit der Angst, denn: Der Westparkmörder Gorazd B. ist ab Mittwoch ein freier Mann.

Für ihn ist der Mittwoch vermutlich ein Freudentag. Für gut ein Dutzend Opfer und Zeugen jedoch beginnt an diesem Tag die Zeit der Angst. Und all die alten Wunden brechen wieder auf: In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurde aus dem ehemaligen Strafhäftling Gorazd B. (36) ein Abschiebehäftling.

Und bereits am Mittwoch wird der Westpark-Mörder von Stadelheim zum Münchner Flughafen gebracht und dort der Bundespolizei übergeben. Noch am gleichen Tag fliegt er in seine slowenische Heimat. Und ist ab dieser Stunde ein freier Mann. Das ist das Ergebnis der umstrittenen Rechtsprechung höchster Gerichte, die seit Monaten für Empörung sorgt – und die viele Opfer als einen Schlag ins Gesicht empfinden.

Zumal dem immer noch hochaggressiven B. die Freiheit mit 12.000 Euro versüßt wird – aus Steuergeldern. Am späten Abend des 15. Oktober 1993 erstach der Slowene im Münchner Westpark den Architekten Konrad H. (40). Sein Motiv: reine Mordlust. Frau und Söhne des Ermordeten empfinden die bevorstehende Freilassung des Täters als schwere Belastung.

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Gorazd B. hatte mehrfach Zeugen, Polizisten und Reporter bedroht und seine Rache angekündigt. Zu den Bedrohten zählt auch Josef Wilfling, ehemals Chef der Münchner Mordkommission. „Ich nehme diese Drohung absolut ernst“, sagte er am Sonntag. „Ich halte den Mann nach wie vor für äußerst gefährlich, denn er ist ein Psychopath. Ich habe keine Angst vor ihm. Aber mir ist nicht wohl dabei. Ich werde vorsichtig sein.“

Das Urteil der Straßburger Richter, das die Freilassung gefährlicher Mörder erst ermöglicht hat, hält Wilf­ling für einen juristischen Irrweg: „Den Leitsatz in dubio pro reo (Anm. d. Red.: Im Zweifel für den Angeklagten) halte ich in Bezug auf die Sicherungsverwahrung für einen Denkfehler. Im Zweifel nämlich müsste der Angeklagte in Haft bleiben.“ B. ist in Deutschland künftig unerwünscht. Wilfling: „Niemand kann aber garantieren, dass er nicht wieder zurückkommt.“

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