Die Anwohner freut es

Baureferat verspricht Schutzwand für den Luise-Kiesselbach-Platz

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Genervt vom Verkehrslärm: Die Anwohner der Siedlung an der Mainburger Straße und dem Max-Seidl-Weg fordern schon lange eine Schallschutzwand. Nun bekommen sie wohl zumindest eine Art Sichtschutz.

Am Luise-Kiesselbach-Platz soll eine Schutzwand für die Anwohner in Richtung Osten gebaut werden. Besonders die Bewohner des Max-Seidl-Weges und der Mainburger Straße hatten dies immer wieder gefordert. Nun stellt das Baureferat eine Lösung in Aussicht.

In den Straßen um den Luise-Kiesselbach-Platz ist es seit der Tunneleröffnung vor drei Jahren ruhiger geworden. Auch die Schadstoffbelastung hat abgenommen. Die Bewohner des Max-Seidl-Weges und der Mainburger Straße, die unmittelbar an den Luise-Kiesselbach-Platz grenzen, empfinden das jedoch anders. Sie spüren weiterhin die Verkehrsbelastung vor ihrer Haustür. Rund 40.000 Autos fahren dort täglich aus dem Heckenstallertunnel in Richtung Garmischer Autobahn. Dazu kommt der Lärm von etwa 72.000 Fahrzeugen, die durch den tiefergelegten, aber offenen Heckenstaller-Trog rollen.

In einer Bürgerversammlung am Donnerstag forderte Sebastian Uhl als Vertreter der Anwohner, nun eine begrünte Trennwand zu errichten. Diese soll den Verkehrslärm vor ihrer Haustüre dämmen und Sichtschutz bieten. Denn: Nur wenige Meter hinter der Reihenhaussiedlung verläuft der Mittlere Ring und mit dem Umbau sind die Fahrspuren durch die Auffahrtrampe sogar noch näher an die Wohnbebauung herangerückt.

Trotzdem hätten sich die Lärmwerte nachweisbar verbessert, teilte Christian Reichl vom Baureferat auf der Bürgerversammlung mit. Während vor dem Tunnelbau täglich bis zu 120.000 Fahrzeuge an den Häusern vorbeirauschten, sei es heute nur noch ein Drittel. Nach dem Planfeststellungsbeschluss für den Mittleren Ring Süd sei eine klassische Lärmschutzwand durch die Stadt daher ausgeschlossen.

Die Reihenhaussiedlung am Max-Seidl-Weg liegt direkt im Osten des Luise-Kiesselbach-Platzes.

Auch die Schadstoffmessungen, die das Umweltreferat im Stadtbezirk ermittelt hat, zeigten, dass sich die Situation an fast allen acht Messpunkten zum Teil deutlich verbessert hat. Am Max-Seidl-Weg und der Mainburger Straße wurden bisher jedoch keine Messungen durchgeführt. Das soll nun nachgeholt werden. Diese Woche beschloss der Stadtrat, 20 weitere NO2-Messstellen aufzustellen, eine im Bereich des Max-Seidl-Wegs.

Als weiteres Argument für eine Trennwand führte Uhl an, dass an der Ecke, wo Max-Seidl-Weg und Mainburger Straße aufeinandertreffen, ein Spielbereich ausgewiesen wurde. Weil aber eine Abgrenzung zum Ring fehlt, fürchten Anwohner und Lokalpolitiker, dass Kinder mal auf diesen laufen könnten.

Eine Summe zwischen 100.000 und 400.000 Euro

Der örtlich zuständige Bezirksausschuss (BA) hat die Anwohner in ihrer Forderung nach einer Trennwand schon lange unterstützt. Mit den neuen Stadtbezirksbudgets wollte das Gremium sogar für die Kosten aufkommen. Nach einem Gutachten des Baureferats wurden diese jedoch auf eine Summe von 100.000 bis 400.000 Euro geschätzt. Bereits bei einer einfachen Ausführung wäre damit das gesamte Jahresbudget für den Stadtbezirk aufgebraucht.

Schließlich rückte Referatsvertreter Reichl zur Freude der Anwohner und Lokalpolitiker doch damit heraus, dass das Baureferat aktuell plane, eine „Art Sichtschutzwand“ am Luise-Kiesselbach-Platz zu errichten. Diese wäre zwar keine klassische Lärmschutzwand, würde den Verkehrslärm aber sicher auch reduzieren. Zur genauen Platzierung und Ausführung konnte Reichl aber noch keine weiteren Angaben machen.

Christina Seipel

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