Längerfristige Konzepte gefordert

Wegen Corona: Radfahrer raus aus dem Münchner Westpark? CSU-Forderung stößt auf heftigen Widerstand

Der Westpark in Müchen.
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Der Westpark in Müchen.

Fahrräder raus aus dem Westpark wegen Corona? Dieser Vorschlag der CSU kam bei den Grünen im Stadtrat gar nicht gut an. Doch wie soll der Park entlastet werden?

München - Dass es in Parks auch mal eng werden kann, weiß jeder, der seine Wochenenden gern im Grünen – oder Weißen – verbringt. Das gilt auch für den Westpark, wo sich Fußgänger und Radlfahrer die Wege teilen. Seit Jahren wird im Bezirksausschuss (BA) Sendling-Westpark deshalb darüber diskutiert, wie sich dort Gefahrensituationen vermeiden lassen. In der Januar-Sitzung des Bezirksgremiums ist die CSU jetzt mit einem gewagten Vorschlag nach vorne geprescht.

Zumindest an Wochenenden und zu Stoßzeiten morgens und abends sollten Radfahrer komplett von den Hauptwegen des Westparks verbannt werden, findet Max Brem von der CSU. Sein Parteikollege Alfred Nagel hält das besonders angesichts der Corona-Pandemie für notwendig. „Wenn Fußgänger den Mindestabstand von eineinhalb Metern einhalten, dann sind die Wege voll“, so Nagel. Wenn dann noch der Radverkehr dazukomme, könne das gefährlich werden. Der Vorschlag der CSU war als eine kurzfristige Maßnahme gedacht, bis es eine dauerhafte Lösung gibt, wie der Westpark entlastet werden kann.

München: Fahrräder raus aus dem Westpark? Widerstand von den Grünen

Widerstand kam vor allem von den Grünen. Fraktionssprecherin Maria Hemmerlein warnte vor einem Schnellschuss. Es sei den Bürgern schwer zu vermitteln, dass im Westpark Verbote gelten sollten, die es in anderen Parks nicht gibt. Vielmehr gehe es darum, zusammen mit der Stadt München* langfristige Konzepte zu erarbeiten. Walter Sturm von der SPD wies die CSU darauf hin, dass die Pandemie im Gegenteil ja auch als Argument genommen werden könnte, den Westpark jetzt erst recht für Radfahrer freizugeben. Wo viele Menschen gerade die öffentlichen Transportmittel meiden.

Der Vorschlag wurde letztendlich von allen anderen Parteien abgelehnt. Um die Wege im Park sowohl für Fußgänger als auch Radler dauerhaft sicherer zu machen, gibt es schon länger die Idee, für Letztere eine Nord- und Südroute um den Park herum auszuschildern. Die Diskussion um die genaue Umsetzung läuft bis heute. DAVID NUMBERGER - *tz.de ist Teil des Ippen-Netzwerks.

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