Hundehalter bisher nicht ermittelt

Nach Bahnhof-Drama weitere Attacke bekannt: „Ein Kampfhund hat mein Bärli totgebissen“

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Stefan A. zeigt ein Bild seines toten Terrier-Mischlings Bärli.

Unvermittelt verbeißt sich ein vorbeikommender Hund in Terrier-Mischling „Bärli“, der eingeschläfert werden muss. Stefan A., Besitzer des Hundes, ist schockiert.

Sendling-Westpark - Nach der Rottweiler-Attacke am Hauptbahnhof, bei der fünf Menschen gebissen und der Hund am Ende von der Polizei erschossen wurde, ist ein weiterer Vorfall bekannt geworden. Leidtragender war in diesem Fall ein zweiter Hund, der den Angriff nicht überlebte. Der Hundehalter konnte bisher nicht ermittelt werden. Stefan A. hat keine Anzeige erstattet, weil die Polizei in solchen Fällen ohnehin nicht ermittelt.

Er wollte nach der Arbeit noch etwas Zeit mit seinem Hund Bärli verbringen. Doch der entspannte Feierabend am 8. Mai, ein Dienstag, sollte für Stefan A. und seinen zwölf Jahre alten Terrier-Mischling dramatisch enden. Es passierte gegen 20.30 Uhr. Der Lagerist saß noch ein bisschen draußen vor der Eingangstür seines Wohnhauses an der Passauerstraße in Sendling-Westpark. Bärli lag neben ihm, als plötzlich ein Mann mit einem großen dunklen Hund vorbeikam. „Bärli hat sich erschreckt. Er hat nur einmal ganz kurz gebellt“, sagt der 39-Jährige.

Wurde von einem größeren Hund totgebissen: Bärli. Der andere Hundehalter machte sich aus dem Staub.

Doch das reichte offenbar, dass der andere Hund Rot sah. „Er hat Bärli blitzschnell am Hals gepackt und ihn nicht mehr losgelassen. Er hat sich bestimmt fünf Minuten in ihn verbissen. Es war schrecklich!“ Der fremde Hund habe auch dann nicht losgelassen, als sein Besitzer mit der Faust auf ihn eingeschlagen habe. Erst ein Notarzt, der wegen eines anderen Einsatzes im Haus zufällig vorbeikam, konnte den Angreifer von Bärli losreißen. „Er hat den Hund umgeschmissen und mit dem Knie auf seinen Brustkorb gedrückt. Erst da hat er von Bärli abgelassen“, berichtet Stefan A., der sich sofort um sein verstörtes Hündchen kümmerte. Als er wieder aufblickte, war der andere Mann mit seinem Hund verschwunden: „Er hat das Chaos genutzt, um abzuhauen!“

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Doch Stefan A. hatte keine Zeit, sich darum zu kümmern. Zurück in seiner Wohnung sah er, wie schlimm es um seinen Hund wirklich stand. „Er hatte eine acht Zentimeter lange, tiefe Fleischwunde am Hals.“ Noch in derselben Nacht wurde Bärli in der Tierklinik notoperiert. Er überlebte die OP, doch sein Zustand verschlechterte sich zusehends. „Seine weißen Blutkörperchen wurden immer weniger, haben die Ärzte gesagt. Er war sehr geschwächt, lag nur in der Ecke und wurde flüssig ernährt. Er konnte nichts bei sich behalten.“ Es folgten bange Tage des Hoffens und Wartens. Doch Bärli schaffte es nicht. „Die Ärzte haben empfohlen ihn einzuschläfern, damit er nicht leiden muss.“ Stefan A. stimmte schweren Herzens zu. „Sie haben ihn in der Nacht von Samstag auf Sonntag eingeschläfert. Es war einfach zu viel für ihn“, sagt A. traurig.

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Große Hoffnung, den skrupellosen Hundehalter zu finden, hat er nicht. Auf Facebook postete er den Vorfall. „Alles ging so schnell. Ich glaube aber, dass der andere Hund als Kampfhund gehalten wird und der Besitzer wahrscheinlich die Maulkorbpflicht verletzt hat. Deshalb ist er abgehauen.“

Anzeige will Stefan A. nicht erstatten - das hat laut Polizei auch keinen Sinn. „Wenn ein Hund einen anderen angreift, ist das strafrechtlich nicht relevant“, sagte ein Polizeisprecher auf Anfrage. Wäre der Hundehalter bekannt, könnte Stefan A. auf zivilrechtlicher Ebene Schadensersatz fordern. Aber ohne Hinweise wird er den Hundehalter höchstens zufällig ausfindig machen können.

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Daniela Schmitt

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