Promenade an Garmischer Straße 

Das ist Münchens Geisterpark

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Sollte eine idyllische Flaniermeile werden: Die Promenade an der Garmischer Straße in München.

Die begrünte Promenade an der Garmischer Straße sollte eine idyllische Flaniermeile werden. Stattdessen ist sie nun Münchens Geisterpark.

Spaziergänger schlendern auf der begrünten Promenade, machen es sich auf den Bänken gemütlich, hin und wieder kommt ein Auto – Visualisierungen der Architekten zeigen die Garmischer Straße als idyllische Flaniermeile.

Doch die Realität sieht anders aus: Trist liegt die Promenade mitten im Verkehr, auf beiden Seiten rollen Autos in Massen vorbei. Von Spaziergängern keine Spur, die Bänke – menschenleer. „Aus meiner Sicht ist das eine komplette Fehlplanung“, schimpft Anwohner Heinz Rettenmayr, (s. Umfrage).

Dabei haben sich die Planer durchaus Gedanken gemacht: Die rund 850 Meter lange, etwa zehn Meter breite Hochpromenade auf dem Tunneldeckel sollte eine „attraktive, grüne Fußwegverbindung zwischen Westpark und Luise-Kiesselbach-Platz“ schaffen, massive Geländer aus Beton und Stahl den Verkehr fernhalten. Gesäumt wird die Promenade von rund 170 Zierkirschen, die dereinst ein rosa Blätterkleid tragen. Doch noch sind die Bäume jung und kahl, die Promenade wirkt wie eine Verkehrsinsel, kaum jemand nutzt die Bänke. Stattdessen haben Radler freie Fahrt.

Die Promenade an der Garmischer Straße .

Was eigentlich gar nicht so gedacht war. Denn es gibt eigens abgetrennte Radstreifen auf der Fahrbahn. „Das ist Irrsinn“, sagt Heinz Rettenmayr. „Die Garmischer Straße ist sowieso zu schmal, Autofahrer geraten da schon mal auf den Radstreifen – das ist gefährlich!“

Auch im Bezirksausschuss Sendling-Westpark hatte die Promenade an der Garmischer Straße für Diskussionen gesorgt, die Grünen etwa hatten über das wuchtige Geländer geschimpft. Bezirksausschuss-Chef Günter Keller (SPD) ist auf tz-Anfrage zurückhaltend. „Wir müssen schauen, wie die Promenade langfristig angenommen wird. Die Meinungen sind zwiespältig. Es gibt Leute, die sagen, dass es eine Fehlplanung ist.“

Die CSU-Fraktion spricht in einem aktuellen Antrag von „der nun sehr schön gestalteten Hochpromenade“ und fordert die Aufstellung von Abfall- und Hundetütenbehältern. Es sei zu erwarten, „dass der Publikumsverkehr deutlich zunehmen wird, wenn die Zierkirschen blühen“, heißt es in dem Antrag.

Sinnlose Promenade

Ich wohne seit 14 Jahren am Luise-Kiesselbach-Platz, erst an der Heckenstaller, jetzt an der Garmischer Straße. Und ich muss sagen: Der Verkehrslärm ist noch genauso höllisch wie früher. Schlafen bei gekipptem Fenster – tagsüber und nachts unmöglich! Statt der sinnlosen Promenade hätte man das Geld eher dafür ausgeben können, im Tunnel eine Spur mehr in jede Richtung zu bauen.

Heinz Rettenmayr (65), Rentner

Niemand will an der Straße sitzen

Ich fahre zweimal in der Woche mit dem Bus hier vorbei – gesehen habe ich auf der Promenade aber noch nicht viele Leute. Meiner Meinung nach wird das nicht gut angenommen. Obwohl die Sitzbänke schon eine gute Sache sind, vor allem wenn man nicht so gut zu Fuß ist. Aber wer will sich denn mitten in den Verkehr setzen? Ein positives Beispiel ist der neue Heckenstallerpark: Dort ist es wirklich schön.

Erhard Eschenbeck (86), Rentner

Radler haben hier freie Bahn

Für Radlfahrer ist die Promenade gut zu befahren, weil man hier freie Bahn hat. Aber ich glaube nicht, dass das so gedacht ist. Viele Fußgänger gehen hier nicht, sie laufen sogar lieber auf den Gehsteigen an der Garmischer Straße entlang. Was mir aufgefalen ist: Es gibt keinen einzigen Mülleimer an den Bänken. Ich kann mir aber schon vorstellen, dass die Promenade im Sommer, wenn es warm ist und die Bäume blühen, etwas besser angenommen wird.

Fabian Reischl (20), Student

Die wichtigsten Geschichten aus diesem Teil München posten wir auch auf der Facebook-Seite „Sendling - mein Viertel“

Daniela Schmitt

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