Serie: Das bringt 2016 in den Stadtteilen

Neugestaltung überm Kiesselbach-Tunnel: So wird die Oberfläche

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Ist-Zustand: Wie die Flächen über dem Kiesselbach-Tunnel gestaltet werden, soll sich heuer entscheiden.

München - Die Ring-Röhren am Luise-Kiesselbach-Platz sind fertig, nun geht es um die Flächengestaltung darüber. Was kommt in diesem Jahr auf die Anwohner zu?

Mit viel Arbeit, Dreck und Lärm verbunden war der Bau des Tunnels am Mittleren Ring Südwest. 2016 wird es nun wieder etwas ruhiger im Bezirk Sendling-Westpark. Nachdem ein Großteil des Verkehrs jetzt unterirdisch rollt, werden heuer die Arbeiten an der Oberfläche fortgesetzt. Die endgültigen Planungen für die Gestaltung des Luise-Kiesselbach-Platzes sind 2016 ein großes Diskussionsthema im Stadtrat.

Verkehrsfluss: Erst beobachten, dann entscheiden

Wenn es nach dem Bezirksausschusses Sendling-Westpark (BA 7) ginge, soll nach der Fertigstellung der Fahrbahnen erst die Entwicklung des Verkehrs an der Oberfläche beobachtet werden und dann auf der Basis eines neuen Lärmgutachtens die Entscheidung für oder gegen einen Lärmschutzwall fallen. Im Rahmen eines Bürgerworkshops, der im Mai 2015 stattfand, hatten Mitglieder aus dem Stadtrat und den Bezirksausschüssen gemeinsam mit den Anwohnern Anregungen für eine optimale Nachnutzung des Luise-Kiesselbach-Platzes gesammelt. Diese Ergebnisse fließen in eine Dokumentation ein, die das Baureferat derzeit erarbeitet und im Frühjahr dem Stadtrat vorgelegt will. Anhand der Empfehlungen wird der Stadtrat entscheiden, welche Ideen schließlich realisiert werden.

Grün wird es auf jeden Fall

Eines aber steht jetzt schon fest: „Es wird grün“, wie Florian Huber (CSU), stellvertretender Vorsitzender des Bezirksausschusses sagt. Nach Wegfall der Barrierewirkung des Mittleren Rings sollen in der Garmischer Straße Grün- und Spielflächen entstehen. Auf einer rund 850 Meter langen Mittelpromenade sollen Anwohner künftig zwischen Westpark und Luise-Kiesselbach-Platz flanieren können. Im östlichen Teil der Heckenstallerstraße entsteht der neue Heckenstallerpark. Auf etwa 27 500 Quadratmetern sind neben Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten auch Spielangebote für Kinder und Jugendliche vorgesehen.

Wie soll der neue Partnachplatz aussehen?

Auch die Umgestaltung des Partnachplatzes wird das Viertel heuer beschäftigen. Im Dialog mit dem Baureferat und dem Stadtrat will der BA den in die Jahre gekommenen Platz als attraktiven Aufenthaltsort wiederbeleben. „Der Partnachplatz soll schöner, moderner und wohnlicher werden“, verheißt Florian Huber.

Bildungscampus an der Fürstenrieder

Seit langem ist der BA7 bemüht, auf dem Gelände der ehemaligen Gehörlosenschule an der Fürstenrieder Straße 155 einen Bildungscampus zu errichten. Heuer werden die Planungen konkret. Der Freistaat hat sich bereit erklärt, das Gelände für die schulische Nutzung an die Stadt zu verkaufen. „Die Verhandlungen sollen zügig angegangen werden“, so der Landtagsabgeordnete und Staatssekretär für Bildung und Kultus, Georg Eisenreich (CSU). Das Bildungsreferat plant ab 2020 auf dem Grundstück den „Campus Westpark“ mit Erweiterungsbauten für das Erasmus-Grasser-Gymnasium und das Ludwigsgymnasium sowie den Neubau einer Real- und einer Grundschule beziehungsweise eines Förderzentrums.

Wo im Viertel ein neuer Wohnkomplex entsteht

An der Konrad-Celtis-Straße 75-83 ist im November 2015 bereits schweres Abrissgerät angerückt. Vor dem Luise-Kiesselbach-Platz plant der Münchner Bauträger Terrafinanz hier gemeinsam mit dem Architektenbüro Maier Neuberger einen neuen Wohnkomplex. Da die Stadt im Herbst einer Erhöhung der Geschossflächen zugestimmt hat, wird sich die Zahl der geplanten 284 Wohnungen wohl noch vergrößern. Auf einer Fläche von mehr als 16.000 Quadratmetern werden außerdem eine Kindertagesstätte und eine Tiefgarage entstehen. Der Bau soll im Sommer beginnen. 2018 sollen die ersten Bewohner einziehen können.

Was passiert in Sachen Tramwesttangente?

Die umstrittene Tram-Westtangente durch die Fürstenrieder Straße wird die Anwohner auch heuer beschäftigen. Auf der Bürgerversammlung im November hatten sie das Thema erneut aufgenommen und mehrheitlich auf eine zügige Entscheidung gedrängt.

Zum Westpark: Noch im Januar soll es einen runden Tisch aus BA, Baureferat und Stadtrat geben, bei dem Themen wie das Parkpflegeprogramm sowie die Sanierung der Bauten von der Internationalen Gartenbauausstellung erörtern werden. Ein weiteres Gespräch über Lärmbelästigung durch Veranstaltungen im Park wird es zu Jahresbeginn mit dem Kreisverwaltungsreferat geben.

Flüchtlingsunterkünfte im Viertel: Wie geht es weiter?

Wie es mit den Flüchtlingsunterkünften im Viertel weitergeht, ist ein weiteres Thema: Im Dezember wurden die Leichtbauhalle an der Hansastraße neben dem Feierwerk für rund 200 Personen und die zweite Halle an der Tübinger Straße in Betrieb genommen. Derzeit ist geplant, die zwei ehemaligen Industriehallen, in der insgesamt rund 300 Asylbewerber untergekommen sind, zeitlich befristet bis Juni dieses Jahres für diesen Zweck zu nutzen. Im Gespräch ist heuer auch das Gelände der ehemaligen Gehörlosenschule an der Fürstenrieder Straße 155. Ab März soll hier für den Zeitraum von maximal vier Jahren eine weitere Leichtbauhalle für die Unterbringung von etwa 150 Flüchtlingen entstehen.

Christina Seipel

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