Smartphone-Masche

Unbekannte nehmen Iraker aus - drei Fälle in drei Tagen

München - Zwei Betrüger haben in gleich drei Fällen an drei aufeinanderfolgenden Tagen drei Iraker ausgenommen. Sie versuchten, den Männern Smartphones anzudrehen, in einem Fall wurden sie sogar gewalttätig. 

Zwei Männer haben seit Mittwoch in mehreren Fällen offenbar gezielt irakische Staatsbürger ausgenommen. In allen drei Fällen waren Iraker die Opfer. 

Fall 1: Im ersten Fall am Mittwoch gegen 12 Uhr sprachen die beiden Täter einen 46-Jährigen Iraker an, der in einem Internetcafé an der Albert-Roßhaupter-Straße saß. Sie boten ihm ein Smartphone zum Verkauf an. Der 46-Jährige war durchaus interessiert an einem Kauf, da zeigten ihm die beiden Betrüger das gesamte Sortiment: ein weiteres Smartphone, ein Tablet und ein Laptop. Die Geräte hatten die beiden Männer in einer Laptoptasche, die in einer Kühltasche steckte, verwahrt. 

Die drei einigten sich auf einen Preis: 1.200 Euro für alles. Am Partnachplatz ließ sich der 46-Jährige aus dem Irak die Waren noch einmal zeigen und bezahlte dann die vereinbarte Summe. Als er aber erneut in die Tasche sah, lagen nur noch zwei Wasserflaschen drin.

Die beiden Täter hatten in der Zwischenzeit das Weite gesucht. Der 46-Jährige erstattete daraufhin Anzeige bei der Polizei.

Fall 2: Irakischer Call-Shop-Besitzer durchschaut die Betrüger

Am Sonntag ebenfalls gegen 12 Uhr betraten die beiden gesuchten Männer einen Call-Shop in der Orleansstraße. Der Inhaber: ein 47-jähriger Iraker. Dem boten die Männer mehrere Elektro-Geräte zum Kauf an. Der Inhaber hatte Interesse und verhandelte mit den beiden den Kaufpreis von 1.900 Euro. Einer der beiden Täter ging mit der Tasche, in der sich die Elektroartikel befanden, aus dem Laden und kam wieder herein. 

Dem Ladenbesitzer kam das seltsam vor. Er schaute durch das Fenster und bemerkte auf dem Gehsteig eine identische Tasche. 

Die Täter merkten offenbar, dass der Ladenbesitzer sie durchschaut hatte und flüchteten mit dem Geld aus dem Laden. Sie stiegen draußen in einen grünen VW Golf mit französischem Kennzeichen und brausten davon.

Der 46-jährige Call-Shop-Inhaber versuchte noch den Wagen aufzuhalten und stürzte dabei auf den Boden. Er verletzte sich leicht an der Schulter.

Fall 3: Gleiche Täter überfallen am Donnerstag einen Friseursalon

Am Donnerstag gegen 19.45 Uhr betraten die beiden Betrüger einen Friseursalon, der von einem Iraker geführt wird, in der Paul-Heyse-Straße. Einer der beiden Männer ließ sich von einem Mitarbeiter bezüglich eines Haargels beraten. Der 39-jährige Geschäftsführer war währenddessen in der Küche. Eine der beiden Täter probierte das Haargel aus und ging anschließend auf die Toilette, um sich das Gel von den Händen zu waschen. Dabei deponierte er eine Tüte in der Toilette. 

Danach bot er dem Geschäftsführer ein Smartphone zum Kauf an. Der 39-Jährige lehnte allerdings ab. Der Täter schlug ihm daraufhin mit einer Tüte, die mit Wasserflaschen gefüllt war, gegen den Kopf. 

Der Iraker wurde durch den Schlag kurz ohnmächtig. Als er wieder aufwachte, merkte er, dass vom Tisch rund 3.000 Euro verschwunden waren. Von den beiden Männern fehlte jede Spur, nur die Einkaufstüten lagen noch im Laden. Die Einkaufstüte ließen die Täter am Tatort zurück. 

Aufgrund von Videoaufzeichnungen und Lichtbildauswertungen konnte die Polizei zweifelsfrei feststellen, dass es sich in allen drei Fällen um die gleichen Täter handelte. Die Tatsache, dass die Opfer in allen drei Fällen Iraker waren, scheint der Polizei ebenfalls auffällig.

Täterbeschreibung der Polizei München

Täter 1: Männlich, ca. 25 - 30 Jahre alt, ca. 175 cm groß, schlanke Figur, dunkle, seitlich kurz rasierte Haare, Backen-Kinn- und Oberlippenbart, sprach Arabisch und Französisch, vermutlich nordafrikanische Abstammung, dunkle Kleidung. 

Täter 2: Männlich, ca. 25-30 Jahre alt, ca. 165 cm groß, kräftige Figur, Backen- Kinn- und Oberlippenbart, sprach Arabisch und Französisch, vermutlich nordafrikanische Abstammung, dunkle Kleidung, Mütze. 

Die Täter waren mit einem grünen VW-Golf (französisches Kennzeichen) unterwegs. 

Zeugenaufruf

Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 65, Tel. 089/2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

Rubriklistenbild: © dpadpa

Auch interessant

Meistgelesen

Zoff wegen Zettel: Busfahrer prügelt Tätowierer halbblind
Zoff wegen Zettel: Busfahrer prügelt Tätowierer halbblind
Nicht mit Oma Margret: Betrüger scheitern mit dreister Masche
Nicht mit Oma Margret: Betrüger scheitern mit dreister Masche
Wegen Dieselverbot: Münchner Händler fürchten Verluste
Wegen Dieselverbot: Münchner Händler fürchten Verluste
Münchens hässlichste Plätze: Versprechen viel - halten wenig
Münchens hässlichste Plätze: Versprechen viel - halten wenig

Kommentare