Sendlinger Moschee: Alles über den neuen Entwurf

Die Moschee: Wie geplant, nur ein bisschen kleiner.

Nach der Sendlinger Bürgerversammlung, in der letzten Donnerstag auch die geplante Moschee am Gotzinger Platz behandelt wurde, findet heute um 19 Uhr in der Turnhalle Gaißacher Straße ein Informationstermin über die neuen Entwürfe statt.

Die ursprüngliche Planung des Türkisch-Islamischen Vereins Ditim war zwar 2005 von der Stadtratsmehrheit in einem vereinfachten Verfahren genehmigt, danach aber vom Bayerischen Verwaltungsgericht zurückgenommen worden. Das Urteil verlangte einen Bebauungsplan und eine Reduzierung der Baumasse. Die Bürgerinitiative Sendling wehrt sich nach wie vor gegen die Moschee. Ob die CSU der neuen Moschee zustimmt, macht sie mit von der Haltung der Bürger abhängig.

Die tz beantwortet die wichtigsten Fragen zum Projekt:

Warum braucht Sendling eine Moschee?

Bereits seit 1989 existiert eine sogenannte Hinterhofmoschee an der Schanzenbachstraße, 150 Meter entfernt vom Gotzinger Platz. Weil ihre Räumlichkeiten nicht mehr ausreichen, wurde eine Erweiterung der Gebetsräume von 340 auf 530 Quadratmeter Nutzfläche durch Aufstockung genehmigt. Der Verein Türkisch-islamisches Gemeindezentrum (DITIM) und die Stadt kamen überein, dass es verträglicher sei, die muslimische Gemeinde aus dem ehemaligen Möbelhaus herauszuholen und eine neue, repräsentative Moschee zu errichten.

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Wo soll die Moschee stehen?

Der Standort Gotzinger Platz wurde aus mehreren Alternativen ausgewählt. Er wird architektonisch bisher durch den zweitürmigen Barockbau der Pfarrkirche St. Korbinian und vom barockisierenden Bau der Gotzinger Schule bestimmt. Nördlich liegt das Gelände der Markthallen. In der Umgebung gibt es sowohl Wohn- als auch Geschäftshäuser.

Bauweise: Wie an der Süd-, West- und Ostseite soll auch das Türkisch-Islamische Zentrum in geschlossener Bauweise errichtet werden. Maximale Wandhöhe: 17,50 Meter. 6 Meter von den Straßenfronten abgesetzt darf sich die Kuppel erheben (Höhe maximal 23,5 Meter). Außerdem sollen zwei 41 Meter hohe Minarette (Grundfläche je sechs Meter) zugelassen werden. Die Türme der gegenüberliegenden St. Korbinianskirche sind 53 Meter hoch.

Wie viele Gläubige werden die Moschee besuchen?

Der größte Andrang wird beim Freitagmittaggebet erwartet. Zählungen in der Schanzenbachstraße ergaben 400 Personen, eine Erhöhung dieser Zahl um zehn Prozent ist zu erwarten. Etwa die Hälfte der Gläubigen kommt mit dem eigenen Pkw. Für das neue Zentrum wurde ein Stellplatzbedarf von 60 bis 70 Fahrzeugen errechnet.

Welche Einrichtungen werden in der Moschee untergebracht?

Religiöse Nutzung: Gebetsraum für 440 Gläubige für Männer und Frauen: Sie müssen nach den Vorgaben des Koran getrennt beten, zugleich aber den visuellen Kontakt zum Imam haben, deshalb wird ausnahmsweise ein überhoher Raum mit Galerie vorgesehen (insgesamt 550 Quadratmeter). Die Verwaltungsrichter hatten im ersten Entwurf 850 Quadratmeter für Männer und 760 für Frauen nachgemessen: Das hätte Platz für mehr als 1 000 Betende geboten, so ihr Schluss. Bereiche für rituelle Waschungen und ein Foyer. Vereinsnutzung: Teestube für 100 Personen mit Küche, Gruppenräume für Bildung und Erziehung, Kinderbetreuung, Bibliothek, Verwaltungsräume (insgesamt 1 650 Quadratmeter).

Kulturelle Nutzung:Mehrzwecksaal für etwa 300 Personen (350 Quadratmeter) plus Nebenanlagen und Erschließungsfläche (350 Quadratmeter).

Außerdem ist geplant, ein Restaurant, Dienstleistungs- und Einzelhandelsbetriebe oder etwa ein türkisches Bad (ingesamt 600 Qua­dratmeter) unterzubringen.

Wie werden die wegfallenden Parkplätze ersetzt?

Die Abstellanlage mit 134 Plätzen wird überwiegend von Mitarbeitern der Markthallen genutzt, die vorwiegend in den Morgenstunden eintreffen. Südlich der Königsdorfer Straße wird auf dem Gelände der Markthallen ein Parkhaus mit 237 Plätzen errichtet, das im Dezember 2009 fertiggestellt werden soll.

Der Bebauungsplanentwurf liegt noch bis 5. August im Planungsreferat (Blumenstraße 28b) aus. Im Internet ist er unter www.muenchen.de/planungsreferat zu finden.

Quelle: tz

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