Bauarbeiten sorgen für Unmut

Kunden ausgesperrt: Apotheker schimpft über Bauzaun am Sendlinger Tor - „eine Zumutung“

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Apotheker Ingo Beer (46) ärgert sich über die Treppen-Sperrung.

Weniger Kunden – steigende Mieten: Seit zwei Jahren kämpft der Filialleiter einer Apotheke mit den Auswirkungen der Bauarbeiten am Sendlinger Tor. Er ärgert sich, dass die MVG nicht mit den Unternehmern vor Ort kommuniziert.

  • Die Baustelle am Sendlinger Tor macht den umliegenden Geschäften Probleme.
  • Nachdem ein Aufgang gesperrt wurde, verzeichnet die Marien-Apotheke Umsatzrückgang.
  • Es gibt Kritik an mangelnder Information der Münchner Verkehrsgesellschaft.

München - Kein Durchkommen gibt’s derzeit für Münchner, die vom U-Bahnhof Sendlinger Tor zur Pettenkofer- oder Nußbaumstraße wollen. Denn dort sind seit Montag sowohl der Aufzug als auch die Aufgänge gesperrt. Eine Baumaßnahme, über die sich Ingo Beer, Filialleiter der Marien-Apotheke, massiv ärgert: „Für viele unserer Kunden ist das eine Zumutung.“ Der Pharmazeut ist zum einen sauer, weil die MVG ihn vorab nicht informiert hat – und weil sein Geschäft unter den Arbeiten am Sendlinger Tor nun leidet.

Sendlinger Tor: Anliegende Geschäfte durch Sanierung gegängelt?

„Plötzlich stand hier ein Kunde und wusste nicht, wie er zur U-Bahn kommt“, schimpft Beer. Schließlich ist der U-Bahn-Aufgang vor seiner Apotheke von einem Bauzaun versperrt, auf dem schlicht steht: „Eingang gesperrt“. Beer rief die MVG an, wollte wissen, warum und bis wann die Bauzäune dort stehen. „Aber keiner wusste Bescheid“, so der Apotheker, „Aushänge gibt es auch keine“. Auf unsere Anfrage erklärte der Sprecher der MVG: „Die Sperrung dauert bis spätestens 28.11.2019. Es geht also um wenige Tage.“ Grund: In dem Durchgang werden Gebäudefugen saniert. Und die Probleme für Kranke und Gehbehinderte durch die Baustelle? „Sie können ja überirdisch zur Apotheke“, merkt der Sprecher an.

Apotheker Ingo Beer (46) ärgert sich über die Treppen-Sperrung.

Beer fühlt sich seit Beginn der Sanierung am Sendlinger Tor gegängelt. „Alle Informationen haben wir aus der Presse, mit uns redet man nicht.“ Die Sperrungen (einige werden im Zuge der Riesen-Baustelle sicher noch kommen) führen auch dazu, dass der Umsatz der Apotheke sinkt. Nach unserer Anfrage hat sich die MVG übrigens bei der Marien Apotheke gemeldet. Sie hätten dem Filialleiter die Baustelle erklärt und fehlende Informationen nachgeliefert, sagte der MVG-Sprecher. 

Für Beer wohl nur ein schwacher Trost. Bis seine Kunden wieder ohne Einschränkungen kommen können, dauert es wohl noch bis 2023. Denn erst dann soll – nach aktueller Planung – die U-Bahnstation fertiggestellt sein.

Lesen Sie auch: Auf der Baustelle am Sendlinger Tor fahren Radlader, hier wird zementiert und gebaggert. Doch kürzlich gab es etwas eigenartiges zu beobachten. Wieso legt sich hier jemand in den Kies? 

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