Am Sendlinger Tor

Arbeiten in 18 Metern Tiefe: Das ist Münchens tiefste Baugrube

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Das gelbe Ankerbohrgerät stellt die Rückverankerungen (blaue Punkte in der Wand) her, die der Baugrubenwand die notwendige Stabilität geben. Die rote Abtrennung links oben überhalb der Bohrpfähle markiert den späteren Ausgang. Hier enden die Bohrpfähle weiter unten, die Rolltreppe wird später mal auf Höhe des Zauns enden.

Tiefe Einblicke gewährt die Großbaustelle zur Erweiterung und Modernisierung des U-Bahnhofs Sendlinger Tor. Wir haben uns die tiefste Baustelle Münchens genauer angesehen.

Hier geht’s steil bergab: Bis zu 30 Meter tief werden Bohrpfähle in der Baugrube am Sendlinger Tor in die Erde gedreht. 380 an der Zahl! Und felsenfest verankert: Die Kraft, mit der die Pfähle ins Erdreich getrieben werden, entspricht dem 60-fachen Gewicht eines Mittelklassenwagens. Das sitzt: Münchens momentan tiefste offene Baugrube in 18 Metern Tiefe ist stabil.

Projektleiter Andreas Schmid von den SWM

Der Umbau des U-Bahnhofs Sendlinger Tor ist in vollem Gang. Momentan entstehen an der Sonnenstraße am Sendlinger-Tor-Platz und an der Blumenstraße zwei Erweiterungsbauwerke – dafür die 18-Meter-Löcher. Die Bauten sollen die Bahnsteige der U1/U2 an deren Enden miteinander verbinden und neue Aufgänge schaffen. „Mitte 2018 wird mit dem Anschluss der Erweiterungsbauwerke an die U-Bahnröhren begonnen“, sagt Projektleiter Andreas Schmid von den Stadtwerken. „Vor dem Durchbruch bringt man eine kalte Flüssigkeit von bis zu minus 35 Grad in den Boden, damit das Grundwasser im Baugrund gefriert und nicht den Bahnhof flutet.“ 2019 soll das Erweiterungsbauwerk an der Sonnenstraße in Betrieb genommen werden – als direkte Verbindung von der U1/U2-Ebene zum Sperrengeschoss. Der zentrale Umsteigebereich zwischen U1/U2 und U3/U6 wird dadurch entlastet. Das Bauwerk an der Blumenstraße soll 2021 eröffnet werden. 

Bis 2022 entsteht hier ein Zukunftsbahnhof

Moderner, heller, weitläufiger: Bis 2022 soll am Sendlinger Tor für 150 Millionen Euro ein Zukunftsbahnhof entstehen. Die Hauptmaßnahmen: Der Bypass – auf Ebene der U1/U2 wird mehr Platz geschaffen, indem die Betriebsräume im Verbindungsgang zwischen den beiden Bahnsteigröhren auf ein Minimum zurückgebaut werden. Die Treppen im Umsteigebereich zwischen U1/U2 und U3/U6 werden neu angeordnet, so dass sich die Fahrgastströme besser auf die Treppen verteilen. Neue Erweiterungsbauwerke – zusätzliche Ausgänge, die für weitere Entlastung sorgen.

Baggern für eine Bahnsteig-Direktverbindung

Baggern für das Erweiterungsbauwerk an der Sonnenstraße: 12 000 Kubikmeter Erde werden auf dem rund 500 Quadratmeter großen Baufeld direkt am Sendlinger-Tor-Platz ausgehoben. 2019 soll das Bauwerk fertig gestellt sein und als direkte Verbindung von der U1/U2-Ebende zum Sperrengeschoss Entlastung schaffen: Über den Neubau am Nordende der Bahnsteigröhren können Fahrgäste von beiden U1/U2-Bahnsteigen künftig das Sperrengeschoss an der Sonnenstraße erreichen, ohne den Zentralbereich durchqueren zu müssen.

Tiefbau: Hohe Kunst

Bagger, Ankerbohrgerät und Radlader in 18 Metern Tiefe. Schmid spricht von einer „höchst anspruchsvollen Bautätigkeit“, die bei weitestgehend aufrecht erhaltenem U-Bahn-Betrieb erfolge. Zudem berge auch der Baugrund Überraschungen – so wie jüngst alte Keller.

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebookseite „Altstadt/Lehel – mein Viertel“.

Daniela Schmitt

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