Prügelattacke auf einen Schwarzfahrer?

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Der U-Bahnhof Sendlinger Tor

München - Mehrere Kontrolleure werden beschuldigt, auf einen U-Bahn-Schwarzfahrer eingeprügelt zu haben. Gegen die Männer laufen Anzeigen wegen Körperverletzung. Eine Zeugin zeigt sich schockiert.

Es waren Hilferufe, die Fahrgäste einer U1 am Sonntagmorgen am Sendlinger Tor aufschrecken ließen. Ein Mann (33) war umringt von MVV-Kontrolleuren, die ihn als Schwarzfahrer überführt hatten. Eine Augenzeugin schildert den Vorfall so: „Der Mann war in Panik geraten. Er war mit ihnen ausgestiegen, zeigte seinen Ausweis und die Situation eskalierte. Die drei männlichen Kontrolleure schlugen auf ihn auf der Sitzbank ein. Er rief laut um Hilfe. Etliche Menschen stiegen aus, um ihm zu Hilfe zu eilen, und die MVV-Männer drangsalierten den Mann an Händen, Kopf und Füßen. Gleichzeitig ließen sie die zu Hilfe Eilenden nicht in die Nähe. Sie sagten, dies sei ein Schwarzfahrer.“

Die Münchner Verkehrsgesellschaft MVG erklärt: „Die beteiligten Kontrollschaffner weisen die Vorwürfe zurück. Der Fahrgast zeigte sich uneinsichtig. Er beleidigte die Kontrolleure in grober Weise und versuchte, sich der Kontrolle durch Flucht zu entziehen. Daran wurde er von den Kontrolleuren gehindert und auf einer Bank am Bahnsteig festgehalten. Die Kontrollschaffner riefen die Polizei und stellten ihrerseits Strafanträge wegen Beleidigung und Leistungserschleichung“.

Gegen die Kontrolleure laufen indes Anzeigen wegen Körperverletzung. Die Zeugin ist noch immer schockiert: „Ohne Ticket zu fahren ist kein Kavaliersdelikt. Aber man muss auch nicht wild auf einen Schwarzfahrer einschlagen.“

tz

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