Sendlings Betonwüste: Sie soll endlich blühen

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Ödnis mitten im Herzen Obersendlings: Hier soll die neue Mitte des Stadtteils entstehen

München - Er ist einer der tristesten Ecken der Stadt: der Ratzingerplatz in Obersendling, benannt nach Generalleutnant Moritz Ratzinger (1849–1930). Das wird sich bald ändern.

Zwischen zugewuchertem Kopfsteinpflaster und verrosteten Straßenbahngleisen gähnen die Abgründe kaum genutzter muffiger Unterführungen. Das mit Graffiti vollgeschmierte ehemalige Tramhäuschen staubt vor sich hin. Auch das Parkhaus der U-Bahnstation mit der benachbarten Brache ist nicht gerade eine Zierde.

Jetzt will die Stadt die hässliche Ecke in ein pulsierendes Stadtteilzentrum verwandeln. Am Mittwoch sind die Pläne ­Thema im Stadtrat. Schon 1998 hatte jener einen städtebaulichen Wettbewerb beschlossen, der zwei Jahre später entschieden wurde. Aber erst, als ein Privatinvestor 2006 auf einem Privatgrundstück an der benachbarten Drygalskiallee ein Einkaufszentrum mit bis zu 33 000 Quadratmetern Verkaufsfläche plante, gewann das Projekt Dy­namik. Das Planungsreferat versuchte, am Ratzingerplatz auf städtischem Grund ein Kaufhaus unterzubringen. Das Privat-Projekt sollte verhindert werden, weil es den Planern zu groß erschien.

München - auferstanden aus Ruinen

München - auferstanden aus Ruinen

Jetzt gibt’s eine neue Version:

Die Planer wollen das Einkaufszentrum mit bis zu 20 000 Quadratmetern Verkaufsfläche auf städtischem Grund (Ecke Aidenbachstraße/Boschetsriederstraße) verwirklichen – inklusive Ärztehaus, Gastronomie, Büros und Wohnungen.

Auf der gegenüberliegenden Seite der Boschetsrieder Straße will man einen zweiten Gewerbebau, in dem der Bezirksausschuss weitere 8000 Quadratmeter Handel befürwortet.

Anstelle der alten Tram-Insel ist ein Sozialbürgerhaus geplant.

Das Parkhaus (Boschetsrieder Straße) soll einem mehrgeschossigen Neubau weichen, in dem die künftige Westtangente der Tram wendet.

Die Zeppelin-Halle soll ein Handel- und Kulturhaus werden.

Westlich der Halle ist ein neuer Platz (Zeppelinplatz) geplant.

Dort sind auch Läden und Cafes geplant.

Östlich und südlich davon soll ein neues Wohngebiet entstehen.

Südlich der Gmunderstraße ist eine Grundschule mit Kitas geplant. Insgesamt sollen 100 000 Quadratmeter neue Nutzfläche entstehen, ein Viertel für Wohnungen. Geplanter Baubeginn: 2015.

Johannes Welte

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