Kultsendung zu Gast in der Druckerei

Video: Die Maus war im Haus

München - "Die Sendung mit der Maus" will immer alles ganz genau wissen. Natürlich auch, wie eine Zeitung hergestellt wird. Daher schaute sich die Maus das Münchner Druckhaus von innen an.

"Wie schaut Ihr, wenn Ihr an Weihnachten das erste Mal die Geschenke bemerkt?“, fragt Die Sendung mit der Maus-Moderator Ralph Caspers die 35 Grundschüler um ihn herum und die machen sofort große, staunende Augen. „Ja! Genau richtig! So bleiben!“ Die Gruppe steht vor dem Druckhaus von tz und Münchner Merkur in der Dessauer Straße – und gleich sollen sie durch die große Schwingtür hineinstürmen. Gleich, jede Sekunde könnte der Kameramann das Zeichen geben. Er tut es aber nicht. Die Sekunden rinnen wie Minuten dahin, die Anspannung weicht, Weihnachten ist vergessen. Und dann das Zeichen – endlich! „Jaaaa“, schreien die Kinder aufgeregt freudig durcheinander, drängeln und schubsen zur Tür hinein, an der Kamera vorbei einmal quer durch die Verpackungshalle – „Stopp!“ ruft Regisseurin Natascha Breuers ihnen hinterher. „Kinder, Ihr wart super, aber Ralphs Mikro saß falsch.“ Alles auf Anfang, nochmal bitte. „Kinder, stellt Euch vor, jetzt wäre Ostern…“

Seit 1999 moderiert Ralph Caspers „Die Sendung mit der Maus“ im Ersten und im KIKA. Im Rahmen des „Türöffnertages“ besuchte er gemeinsam mit 35 bayerischen Kindern das Druckhaus von tz und Münchner Merkur und schaute zu, wie eine Zeitung hergestellt wird.

Am Tag der Deutschen Einheit sperrten bundesweit 500 Unternehmen zum dritten Mal ihre Türen für Kinder auf, ließen sie im Rahmen des „Türöffner-Tags 2013“ hinter Fabriktore und Laborschleusen blicken. In 263 Städten und Gemeinden erlebten die Zwergerl, wie Hafenmitarbeiter in Hamburg zupacken, wie Jan Hofer bei der Tagesschau seine Nachrichtensendung vorbereitet und dass der DAX an der Frankfurter Börse nicht gefüttert werden muss. Fünf Sendung mit der Maus-Teams waren bei 16 Unternehmen dabei, filmten die Entdeckungsreisen auf Kinderaugenhöhe und mit Liebe zum Detail. Eben so, wie es die kleinen Zuschauer seit 1971 kennen und schätzen. In München sorgte Ralph Caspers mit seiner Truppe in fünf Firmen wie einer Atemwegs-Klinik und der Allianz-Arena für Wirbel. Bei letzterer kroch die Maus sogar extra für die Zwergerl aus ihrem Versteck – sie hatte es sich im Supercup-Pokal des FC Bayern gemütlich gemacht.

Die Sendung mit der Maus im Münchner Druckhaus

Die Sendung mit der Maus zu Gast im Münchner Druckhaus - Bilder

„Die Sendung mit der Maus“, Sonntag, 11.30 Uhr, ARD

Im Druckhaus hatte sich die Ente nach der Führung und einer Verlosung auf das Gruppenbild für eine extra angefertigte Titelseite geschmuggelt. Ideal für Ralph Caspers – so konnte er im maus’schen Sinne spontan die Kinder fragen, wie die „Zeitungsente“ geboren wurde. Die Sachgeschichte aber, die an diesem Sonntag ab 11.30 Uhr in der 30-minütigen Sendung behandelt wird, ist eine andere. Bereits eine Woche vorher war das Team eineinhalb Tage lang im Druckhaus der Frage nachgegangen, „wie die Löcher an den Rand der Zeitung kommen“. Das Ergebnis werden die Kinder in der ARD und im Kika sehen, und sich selbst auch. Denn bei der Anmoderation waren sie dabei, und so lernten die Sieben- bis 15-Jährigen gleich das „WDR-Gesetz“ des produzierenden Senders kennen: „Lachende Kinder werden bei uns grundsätzlich rausgeschnitten“, witzelte Ralph Caspers. Ein Spaß, den die Kinder zwischen den sieben Drehversuchen gerne aufnahmen. Traurige Augenaufschläge und herabgezogene Mundwinkel auf Knopfdruck waren die Folge. Der Kameramann frohlockte und ging ganz nah heran. Ob diese Sequenzen allerdings einen Platz in der Maus-Sendung finden, ist dann doch eher fraglich.

Angelika Mayr

Rubriklistenbild: © Jantz

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