"In zehn Minuten bin ich daheim"

Senior (82) verfährt sich bis nach Tirol

München - Bange 24 Stunden bescherte ein verwirrter Münchner (82) seiner Familie und mehreren Polizeidienststellen zwischen München und dem Zillertal/Österreich.

Am Freitag Nachmittag hatte der Senior seinen Bruder in Feldkirchen (Landkreis München) besucht. Auf der Rückfahrt nach München jedoch verließ den 82-Jährigen BMW-Fahrer die Orientierung. Er verfuhr sich – und verschwand. Zum Abendessen kam er nicht heim, auch in der Nacht warteten die Angehörigen vergebens auf seine Rückkehr. Immerhin gelang es der Familie mehrfach, den 82-Jährigen am Handy zu erreichen. Jedes Mal sagte er leicht genervt. „Keine Sorge. In zehn Minuten bin ich daheim.“

Die Nacht verstrich, der Vormittag auch. Am Samstag Mittag erstattete der Sohn Vermisstenanzeige bei der Polizei. Das Handy des Seniors wurde geortet. Überraschung: Der Vermisste befand sich mittlerweile im Tiroler Zillertal! Wie er dorthin kam und wann er die Grenze überquerte – daran konnte sich der Senior nicht mehr erinnern. In Wörgl/Tirol hielt die Gendarmerie den deutschen BMW-Fahrer auf. Die österreichischen Polizisten nahmen den überraschten Rentner solange in ihre Obhut, bis der sehr erleichterte Sohn ihn in Wörgl persönlich abholte.

Wahrscheinlich war es die letzte Fahrt des Rentners, denn die Polizei muss in solch gravierenden Fällen die Führerscheinstelle des KVR informieren.

Dorita Plange

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Auch interessant

Kommentare