Senioren prellen Bank um 2,4 Millionen Euro

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Hans-Werner K. (70, r.) gab alles zu, Hermann B. (61) ebenfalls.

München - Um eine Bank um Millionen zu prellen, reichen miserabel gefälschte Schecks und selbstbewusstes Auftreten. So ist es Hans-Werner K. (70) und Hermann B. (61) gelungen, die Bank of Ireland um 2,4 Millionen Euro zu erleichtern.

Grinsend nahmen sie am Dienstag auf der Anklagebank des Platz. Selbst Richterin Rosi Datzmann staunte, wie leicht es die Bank den Gaunern machte. Mit drei total gefälschten Schecks im Gepäck war der Münchner Geschäftsmann Hermann B. am 14. September 2006 nach London gereist. „Ein Scheck war nicht einmal unterschrieben, das Papier war mangelhaft“, so sein Verteidiger Hartmut Wächtler.

Außerdem existierte bereits eine Warnung aus Deutschland: „Don’t pay!“ Dennoch floss das Geld in die Schweiz. Wächtler: „Mir ist schleierhaft, was da passiert ist seitens der Bank.“ Vielleicht war es die Story um den Verwendungszweck: Die 2,4 Millionen sei eine Provision für ein Geschäft mit Stahlschrott, trugen die Gauner vor. Dass der angebliche Empfänger des Geldes eine Firma war, die Ärztekongresse organisiert, fiel den Bankern auf der Insel offenbar nicht auf.

Apropos britische Inseln: „Wir haben von den Kollegen von Scotland Yard nichts bekommen, im Gegenteil“, so ein Münchner Ermittler. Richterin Datzmann: „Die englischen Behörden setzten auf splendid Isolation.“ Da es den beiden Gaunern so leicht gemacht wurde und weil sie ein volles Geständnis ablegten, kamen sie sehr billig davon: zweieinhalb Jahre Knast! Wo sind die 2,4 Millionen? Das Geld haben die Schweizer Behörden sichergestellt.

Eberhard Unfried

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