Seniorin in Zugtür eingeklemmt: Prozess

München - Vor dem Oberlandesgericht München beginnt am Donnerstag der Berufungsprozess einer 85-jährigen Zugfahrerin gegen die Deutsche Bahn auf Entschädigung.

Die Frau war nach Angaben ihres Anwalts im Juni 2010 im Bahnhof von Freilassing beim Aussteigen auf den Bahnsteig gefallen, weil sich die Zugtüren unversehens geschlossen und kurz danach wieder geöffnet hätten. Die Seniorin sei erst zwischen den Türen eingeklemmt worden und dann herausgefallen, wobei sie sich schwer verletzt habe, sagte er am Donnerstag vor dem Oberlandesgericht München. Sie fordert Schadenersatz und Schmerzensgeld in Höhe von 11 000 Euro von der Deutschen Bahn Regio AG.

In erster Instanz hatte das Landgericht Traunstein der Klägerin eine Entschädigung grundsätzlich zugesprochen, ihr aber ein Mitverschulden von 60 Prozent an dem Unfall zugemessen. Dagegen hatten beide Seiten Berufung eingelegt.

Die Anwältin der Bahn macht geltend, die Seniorin habe ihren Sturz selbst verursacht. Sie habe sich durch die Tür zu drängen versucht, als der Zugbegleiter bereits zur Abfahrt gepfiffen hatte. Der Mitarbeiter hat sich der Anwältin zufolge vorher am Bahnsteigrand ordnungsgemäß versichert, dass niemand mehr ausstieg. Nach dem Signalpfiff habe er noch einmal nachgeschaut und dann erst den Schließmechanismus betätigt.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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