Streit geht in die nächste Runde

Andechser: Tochter kämpft vor Gericht für Sepp Krätz

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Sepp Krätz will wieder beim Andechser am Dom mitmischen dürfen.

München - Sepp Krätz kämpft nach seinem Rausschmiss als Wiesn-Wirt um seine Konzession als Wirt im Andechser am Dom. Am Dienstag ging der Streit mit der Stadt in die nächste juristische Runde.

Das Kreisverwaltungsreferat (KVR) hatte Krätz wegen seiner Steueraffäre zum 1. Juni 2014 seine Gaststättenkonzession entzogen. Das Gericht hatte ihn wegen Steuerhinterziehung (1,1 Million Euro) zu einem Jahr und zehn Monate Haft auf Bewährung verurteilt. Seine Klage gegen den Entzug ist der Wirtekonzession war vom Bayerischen Verwaltungsgerichtshof im Eilverfahren abgeschmettert worden.

Stefanie Krätz (r.) kämpfte gestern vor Gericht dafür, dass ihr Vater wieder in den Andechser zurück darf.

Die Stadt akzeptierte aber folgende Lösung: Tochter Stefanie (24) wird Geschäftsführerin der Andechser am Dom GmbH. Dort muss sich Krätz aus den Geschäften raushalten. Seine Tochter klagte am Dienstag vor dem Verwaltungsgericht erneut. Die dortige Vizepräsidentin Jutta Krieger stellte klar, dass es am Entzug der Konzession nichts zu rütteln gäbe. „Wir beobachten die Person fünf Jahre, um festzustellen, ob eine Zuverlässigkeit gegeben ist. Bis dahin werden Anträge auf Neuerteilung abgelehnt“, erklärte KVR-Abteilungsleiter Sebastian Groth.

Doch Krätz droht schon neuer Ungemach. „Nach anonymen Hinweisen soll es erneut zu Unregelmäßigkeiten im Betrieb gekommen sein“, erklärte KVR-Sprecherin Daniela Schlegel auf tz-Nachfrage.

Anderer Meinung sind Tochter Stefanie und ihre Anwälte. „Sepp Krätz lebt für sein Dasein als Wirt!“, betont Rechtsanwalt Alfred Sauter und schimpft: „Fünf Jahre Sperrfrist sind einfach zu viel!“ Richterin Krieger: „Bewähren kann man sich doch nur, wenn man arbeiten darf.“ Für das KVR wäre es denkbar, dass Krätz nach einem Neuantrag wieder schrittweise im Andechser arbeiten könnte. Das Urteil soll bis Ende März fallen.

Übrigens: Krätz sind im Andechser die Hände gebunden, die Konzession für die Waldwirtschaft durfte er behalten. Der Biergarten liegt in Großhesselohe und damit im Landkreis. Das Landratsamt mahnte Krätz lediglich zur „Zurückhaltung“ an.

Johannes Heininger

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