Fleisch-Streit vor Gericht

Kleiner Prozess-Sieg für Sepp Krätz

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Sepp Krätz siegte im Wildbret-Prozess.

München - Sepp Krätz errang nach vielen Niederlagen (Verurteilung wegen Steuerhinterziehung, Verlust des Hippodroms, Konzessionsentzug) wieder mal einen Sieg.

Der seit Frühjahr andauernden Prozess, den ein Wildbrethändler aus Niederbayern angestrengt hatte, ging zu Gunsten des Gastronomen aus.

Am 10. November 2013 hatte der Fleischhändler bei der Waldwirtschaft angerufen und 178 Kilogramm Hirschfleisch für 4066 Euro angeboten. Geliefert wurde prompt. WaWi-Geschäftsführer Erhard Schneider vor Gericht: „Ich habe klipp und klar gesagt, dass wir nichts brauchen.“ Sein Vize, der das Gespräch entgegengenommen hatte, sei zu der Bestellung nicht befugt gewesen. Die Waldwirtschaft schickte die Ware zurück.

Der Wildbrethändler: „Das Fleisch war danach unverkäuflich. Wir mussten alles vernichten.“ Er klagte. Als Zeugin bot er eine Angestellte an, die sein Telefonat mit der WaWi heimlich mitgehört hatte. Sie sollte bezeugen, dass ein Kaufvertrag am Telefon zustande gekommen sei. Bei der zuständigen Amtsrichterin blitzte er jedoch damit ab: Die Aussage der Zeugin dürfe als Beweis nicht verwertet werden, denn das heimliche Mithören sei illegal! Der Wildbret-Händler verlor den Prozess.

Um Sepp Krätz, der im März wegen Steuerhinterziehung von über 1,1 Millionen Euro zu einem Jahr und zehn Monaten auf Bewährung und 570 000 Euro Geldstrafe verurteilt wurde, wird es ruhig werden. Da er für die Behörden als „unzuverlässig“ gilt, verlor er seine Schankkonzession. Diese bleibt jedoch in der Familie: Fürs Andechser am Dom ist jetzt Tochter Stefanie (24) verantwortlich. Und die Waldwirtschaft steht jetzt unter alleiniger Regie von Stefanie Krätz und Erhard Schneider.

Ebu

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