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Ösi-Bankräuber zu 15 Jahren verurteilt

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Hier fand der Überfall statt. © agm

Kirchheim - Im Prozess um eine Serie von Banküberfällen sind zwei Brüder aus Österreich am Dienstag in München zu 15 Jahren Haft und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden.

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Gegen die 47 und 46 Jahre alten Österreicher wurde außerdem wegen ihrer Gefährlichkeit für die Allgemeinheit die Sicherungsverwahrung angeordnet. Die Angeklagten waren am 20. November 2008 nach einem Überfall in Kirchheim bei München mit anschließendem Schusswechsel mit der Polizei auf der Flucht in Traunstein gefasst worden. Ein Beamter war von einer Kugel im linken Oberschenkel getroffen worden. Die Staatsanwaltschaft hatte lebenslange Haft und Sicherungsverwahrung sowie die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld gefordert. Die Verteidigung plädierte auf Freispruch für die Angeklagten, diese bestritten sämtliche Überfälle.

Bilder vom Tatort

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Ursprünglich war den Brüdern eine Serie von 13 Überfällen seit 1992 vorgeworfen worden. Das Gericht sprach die Angeklagten wegen fünf laut Urteil zweifelsfrei bewiesenen Raubtaten in den Jahren 2003 bis 2008 schuldig und stellte das Verfahren im übrigen ein. Die früher verübten Taten seien für das Strafmaß ohne Gewicht.

Beide Männer hatten dem Urteil zufolge mindestens seit Mitte der 1990er-Jahre kein geregeltes Einkommen. "Es bestand Geldbedarf, um ihn zu decken, begingen die Angeklagten Banküberfälle", sagte der Vorsitzende Manfred Götzl. Der Schuldspruch stützte sich neben den Zeugenaussagen auf die stets gleiche Vorgehensweise. Die beiden auffällig kleinwüchsigen Angeklagten wählten Bankfilialen in geringer Entfernung zu Autobahnauffahrten und kamen stets kurz vor Geschäftsschluss. Sie waren maskiert und bewaffnet, unter anderem mit einer Pumpgun. Mit der Anweisung "Avanti" und der Verwendung des Vornamens Giovanni versuchten sie eine italienische Herkunft vorzutäuschen.

Das Gericht milderte die mögliche Höchststrafe - lebenslang -, weil für den angeschossenen Polizisten keine konkrete Lebensgefahr bestanden habe. Wegen der ungünstigen Prognose für beide Angeklagte sei aber die Sicherungsverwahrung unumgänglich. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

dpa

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